Bayerns Fachhochschulen bauen ihre Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen und der Wirtschaft konsequent aus

Auf eine stetig wachsende Anzahl von Kooperationen und Zusammenschlüssen können Bayerns Fachhochschulen verweisen. Dies teilte Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Montag in München mit.

21.01.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

"Die Zusammenarbeit der Fachhochschulen ist ein zentrales hochschulpolitisches Anliegen. In den letzten Jahren haben die bayerischen Fachhochschulen hier viel bewegt, wie etwa gemeinsame, von mehreren Hochschulen getragene Studiengänge belegen." Gerade bei Masterstudiengängen verwirklichten die Hochschulen neue Kooperationsmodelle. Neben gemeinsamen Angeboten bei Studiengängen seien in den letzten Jahren Partnerschaften bei der anwendungsbezogenen Forschung und Entwicklung entstanden. Auch die Zusammenarbeit mit privatwirtschaftlichen Bildungswerken oder mit außerbayerischen und ausländischen Fachhochschulen konnten die Fachhochschulen verstärken. "Die Fachhochschulen bauen ihre Netzwerke konsequent aus", so der Minister.

Folgende Beispiele von Kooperationsmodellen hob Goppel besonders hervor:

  1. Kooperation bei Masterstudiengängen
    Masterstudiengang Technologiemanagement (Fachhochschule Augsburg und Fachhochschule Kempten)
    1 Masterstudiengang Städtebau (Fachhochschule Augsburg und Fachhochschule München)
    2 MBA "Strategisches Informationsmanagement" (Kooperation der Fachhochschulen Kempten und Neu-Ulm)
    3 Masterstudiengang Elektro- u. Informationstechnik (Fachhochschule Aschaffenburg, Coburg, Würzburg-Schweinfurt)

  2. Beispiele für Kooperation im Bachelorbereich:
    Studiengang Vermessung/Geoinformatik (Fachhochschule München/Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt)

  3. Kooperationsvertrag der Katholischen Stiftungsfachhochschule München und der Fachhochschule München vom 01.10.2005 zur Abstimmung von Schwerpunkten im Bereich Soziale Arbeit.

  4. Regionaler Zusammenschluss von Fachhochschulen mit privatwirtschaftlichen Bildungswerken: Die Fachhochschulen Augsburg, Ingolstadt, München, Landshut und Rosenheim sowie das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. haben am 15.3. 2007 die Bavarian Academy of Management and Technology – Bayerische Akademie für Management und Technik gGmbH gegründet. Ziel ist es, durch die enge Kooperation von Wirtschaft und Hochschule eine wirtschaftsnahe wissenschaftliche Qualifizierung von Fach- und Führungskräften zu ermöglichen und dem Fachkräftemangel durch eine lückenlose berufliche Weiterbildung entgegenzuwirken.

  5. Kooperation von Fachhochschulen im Bereich anwendungsbezogener Forschung und Entwicklung: Hier haben beispielsweise die FH Ansbach und die FH Weihenstephan, Abteilung Triesdorf, eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, die eine Zusammenarbeit in Lehre, angewandter Forschung und Entwicklung sowie Fort- und Weiterbildung vorsieht. Es wurde – unter Einbeziehung der FH Nürnberg - ein gemeinsamer konsekutiver Masterstudiengang Energiemanagement und Energietechnik entwickelt, der zum Sommersemester 2008 starten soll.

  6. Hochschulartübergreifende Kooperation:

  7. Im Bereich der Lehrerbildung haben die kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt und die Fachhochschule Ingolstadt ein Kooperationsmodell entwickelt, das ein Studium der beruflichen Fachrichtung (Ingenieurstudium) an der Fachhochschule Ingolstadt und ein Studium des Unterrichtsfaches sowie ein erziehungswissenschaftliches Studium an der kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt vorsieht.

    • Die Fachhochschule Coburg bietet in Kooperation mit der Universität Bamberg den Masterstudiengang Denkmalpflege-Heritage Conservation an.

    • Die Fachhochschule Hof übernimmt die Lehre im Bereich Informatik bei dem von der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege angebotenen Studiengang Verwaltungsinformatik.

  8. Kooperation von Fachhochschulen über Bayern hinaus:

    • Als Beispiel für die Zusammenarbeit mit Hochschulen in anderen Ländern der Bundesrepublik kann die Hochschulregion Ulm/Neu-Ulm genannt werden. Die Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen/Logistik sowie Wirtschaftsinformatik werden gemeinsam angeboten. Außerdem gibt es bei der Betreuung der Studierenden eine Kooperation der Studentenwerke Augsburg und Ulm.
      Die Hochschule Ulm und die Fachhochschule Neu-Ulm haben ferner zu Beginn des WS 2007/08 zur Optimierung der Zusammenarbeit eine neue Kooperationsvereinbarung beschlossen.

    • Die Fachhochschule Aschaffenburg bietet einen mit der Hochschule Darmstadt und der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH) entwickelten Weiterbildungs-Fernstudiengang Elektrotechnik an.

    • Die Fachhochschule Coburg führt mit der Alice-Salomon Fachhochschule Berlin den berufsbegleitenden Masterstudiengang Klinische Sozialarbeit durch.
    • Zahlreiche Beispiele gibt es für die Kooperation mit ausländischen Fachhochschulen, z.B. durch Verleihung sowohl des Abschlusses der bayerischen Fachhochschule als auch der ausländischen Partnerhochschule. Insgesamt bieten die bayerischen Fachhochschulen über 40 solcher "Double-Degree-Programme" mit ausländischen Fachhochschulen von Finnland bis China an. So hat z. B. die Fakultät Elektrotechnik der Fachhochschule Augsburg ein "double degree Programm" mit der University of Ulster (Nordirland). Die Fakultät Wirtschaft der Fachhochschule Augsburg hat entsprechende Abkommen mit Hochschulen in Rotterdam, Montpellier und Modena. Der bereits seit 1994 für Studierende beider Hochschulen gemeinsam von der Fachhochschule München (FHM) und der französischen Ecole d´Ingénieurs (EPF) durchgeführte Studiengang Produktion und Automatisierung (mit Abschluss beider Hochschulen) wurde zu Beginn des WS 2007/08 auf die neue Studienstruktur Bachelor/Master umgestellt.


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