Dr. Frank Kirchhoff übernimmt den Lehrstuhl für Molekulare Physiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes

Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel hat heute (30.01.2009) Prof. Dr. Frank Kirchhoff seine Ernennungsurkunde überreicht. Professor Kirchhoff nimmt seinen Dienst am Lehrstuhl für Molekulare Physiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg am 1.2.2009 auf. Er tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Jürgen Hüttermann an, der in den Ruhestand getreten ist.

30.01.2009 Saarland Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes

Professor Kirchhoffs Forschungsarbeiten werden durch verschiedene Programme der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Europäischen Union gefördert.

Nervenzellen (Neurone) und Gliazellen bilden die zellulären Komponenten des Gehirns. Während der Stammesgeschichte hat der relative Anteil der Glia stark zugenommen. Die kognitiven Fähigkeiten des heutigen Menschen wären ohne diese Entwicklung undenkbar.

Dr. Frank Kirchhoff untersucht die molekularen und zellulären Signalwege zwischen Nerven- und Gliazellen. Insbesondere interessiert ihn, wie Gliazellen neuronale Aktivierung erkennen, verarbeiten und anschließend die elektrische Aktivität des Gehirns beeinflussen. Diese Forschungsarbeiten sollen ein besseres Verständnis zur funktionellen Organisation des zentralen Nervensystems liefern. In einem weiteren Forschungsschwerpunkt untersucht seine Arbeitsgruppe den Verlauf von Hirnverletzungen. Hier sind Gliazellen nicht nur Gradmesser für die Schwere der Verletzung, sie selbst tragen zur Abgrenzung des pathologischen Areals vom Gesunden bei, und wirken direkt am Heilungsprozess mit.

Für diese Untersuchungen hat Herr Kirchhoff mit seinem Team neue transgene Mausmodelle entwickelt. In diesen können einzelne Gene in ausgewählten Hirnzellen gezielt abgeschaltet oder aber leuchtend fluoreszente Proteine angeschaltet werden. Diese Farbmarkierung erlaubt die Anwendung der Zwei-Photonen-Laserscan-Mikroskopie, mit der Vorgänge direkt im Gehirn beobachtet werden können. In jüngsten Studien konnte Herr Kirchhoff zusammen mit seinen Kollegen äußerst dynamische, strukturelle Veränderungen im Nervensystem dieser Mäuse während einer Verletzung und beim Heilungsprozess verfolgen.

Frank Kirchhoff studierte Biochemie an der Universität Hannover als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Gefördert durch den Boehringer Ingelheim Fond promovierte er 1990 am Institut für Neurobiologie an der Ruprecht-Carls-Universität Heidelberg. Nach einer Postdoktorandenzeit wechselte Herr Kirchhoff 1995 an das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch. 1998 folgte die Habilitation an der Freien Universität Berlin im Fach Biochemie. Seit 2000 leitet Herr Kirchhoff die Forschungsgruppe "Glia-Physiologie und Bildgebung" am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen.


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