Gute Schulen brauchen entwickelte Lehrerpersönlichkeiten

Die GEW begrüßt die geplante Modernisierung der Lehrerausbildung für einen qualifizierten Nachwuchs und für eine Verbesserung des Unterrichts an den Schulen in NRW. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Kritik an den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen warnt die Bildungsgewerkschaft aber vor einer Überfrachtung und Bürokratisierung der Studieninhalte. Das Studium müsse planbar und studierbar sein und neben der Wissensvermittlung auch genügend Raum für die Entwicklung der Lehrerpersönlichkeit bieten.

25.03.2009 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

"Es sind nicht die schlechtesten Abiturienten, die ein Lehramtstudium aufnehmen, sondern die mit großer Motivation. Mit diesem Pfund müssen wir wuchern", appellierte GEW-Landesvorsitzender auf der Landtagsanhörung zum neuen Lehrerausbildungsgesetz für mehr Ausbildungsqualität im Studium und Vorbereitungsdienst. Hochschulen und Schulen brauchten mehr Unterstützung für die breiter werdenden Ausbildungsaufgaben. Meyer-Lauber: "Das hat nicht nur, aber auch mit Geld und Ressourcen zu tun."

Die GEW schlägt vor, die Normierung der Lehrerausbildung auf das Schulgesetz zu beziehen und das Ausbildungsziel auch berufsethisch zu definieren. Meyer-Lauber: "Die Ausbildung muss sich an den im Schulgesetz grundgelegten Bedürfnissen der Schule orientieren und einem pädagogischen Berufsethos verpflichtet sein."

Maßgeblich für das Gelingen der Reform ist eine wirklich verstärkte Praxisorientierung und die intensive Kooperation der universitären Zentren für Lehrerbildung, Ausbildungsschulen und Studienseminaren, die institutionell verankert ist und ein Stimmrecht der Seminarvertreter in den Gremien des Zentrums für Lehrerbildung zwingend vorsieht. Meyer-Lauber: "Die Qualität dieser Kooperation wird wesentlich darüber bestimmen, ob die Verbesserung der Lehrerausbildung auch bei den Studierenden ankommt."

Aus gewerkschaftlicher Sicht sei besonders bedeutsam, dass alle Lehrämter gleichwertig seien und zukünftig eine gleich lange Ausbildung haben. Mit dem Lernbereichskonzept im neuen Grundschullehramt sieht die GEW allerdings die Gefahr einer "Entwissenschaftlichung" der Grundschullehrerausbildung. Vorgeschlagen wird das Studium der Fächer Deutsch und Mathematik, sowie eines weiteren Unterrichtsfaches. Zum Studium sollen auch elementar- und förderpädagogische Schwerpunkte sowie die Reflexion der Bildungsgänge der Sekundarstufe I gehören. Die Lehramtsbefähigung Gymnasium/Gesamtschule soll nach Auffassung der GEW auch zum Einsatz in den Schulformen der Sekundarstufe I führen können, ebenso das Lehramt Berufskolleg mit zwei allgemein bildenden Fächern. Dies schaffe mehr Flexibilität für Bewerber und Schulen bei der Besetzung von Lehrerstellen.


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