"Innovationen sichern Arbeitsplätze"

Staatssekretär Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz hat heute den Konsortialführern von fünf anwendungsorientierten Verbundprojekten, die in der Region Mittelhessen zusammen mit Hochschulen auf dem Gebiet der Medizintechnik Forschung und Entwicklung betreiben und zur LOEWE-Förderung ausgewählt wurden, die Zuwendungsverträge über insgesamt knapp 1,28 Millionen Euro überreicht. Davon fließen rund 660.000 Euro an die beteiligten Universitäten Gießen und Marburg sowie die Fachhochschule Gießen-Friedberg. Alles in Allem werden durch diese Förderung Projektausgaben von mehr als 3,17 Millionen Euro bewirkt. Im Rahmen der Förderlinie 3 des LOEWE-Programms fördert das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst Verbundprojekte zwischen Hochschulen und Kleinen/Mittleren Unternehmen, um durch intensiven Wissens- und Technologietransfer die Innovationskraft der Unternehmen zu unterstützen.

18.12.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

"Nicht von ungefähr unternimmt die Landesregierung zahlreiche Anstrengungen, um die Region Mittelhessen zu einem Medizinzentrum ausbauen", sagte der Staatssekretär. Hier sei sowohl das Potential der wissenschaftlichen Einrichtungen als auch die notwendige Leistungsfähigkeit der regionalen Wirtschaft gegeben. "Die LOEWE-Verbundprojekte, aber auch das neue Anwenderzentrum Medizintechnik an der Fachhochschule Gießen-Friedberg, für das Wirtschaftsminister Alois Rhiel dieser Tage einen ersten Förderbescheid über 4,2 Millionen Euro übergeben hat, sind wesentliche Mosaiksteine, um das Ziel eines Medizinzentrums Mittelhessen zu verwirklichen."

Das Verständnis über Innovationen darf nach den Worten des Staatssekretärs nicht allein auf besonders aufsehenerregende Produkte und Technologien beschränkt werden. Auch auf den ersten Blick unspektakuläre neue oder verbesserte Dienstleistungen, Produktionsverfahren oder betriebliche Organisationslösungen stellten wichtige Innovationen dar, welche die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit erhielten.

Vor diesem Hintergrund sei es einfach nur rational, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu vernetzen. "Ideen für Innovationen haben sowohl die Wissenschaftler als auch die Wirtschaftsakteure. Während bei den einen die Forschung im Mittelpunkt steht, ist es bei den anderen notwendigerweise der Praxisbezug. Beide können damit voneinander lernen, aber auch profitieren. Mittels der intensiven Vernetzung der Akteure aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gilt es, gemeinsam ,Trends´ aufzuspüren und zu setzen. Nur so werden unsere Arbeitsplätze nachhaltig gesichert werden können", sagte Staatssekretär Prof. Lorz.

Prof. Dr. Harald Danne, Vizepräsident der Fachhochschule Gießen-Friedberg, bezeichnete LOEWE 3 als ein Motivationsprogramm für Hochschulen und Unternehmen, das auf die anwendungsorientierte Fachhochschule und die mittelständisch strukturierte regionale Wirtschaft gleichermaßen zugeschnitten sei. "Mit diesem Programm fördert das Land ebenso wie mit dem Anwenderzentrum Medizintechnik die Zusammenarbeit zwischen kleinen innovativen Unternehmen und den Hochschulen. Das hilft den Firmen, die so bei begrenzten eigenen Risiken auf zusätzliche Forschungskapazitäten zugreifen können. Und es hilft den Hochschulen, die an der Entwicklung von Produkten beteiligt sind, die sich am Markt durchsetzen müssen. Solche Projekte sind gleichzeitig die Basis für eine praxisnahe akademische Ausbildung in unseren Masterstudiengängen. Sie tragen dazu bei, dass die mittelhessischen Hochschulen Exzellenz in Forschung und Lehre entwickeln."

Forschung und Entwicklung sind für ein Klein- und Mittelunternehmen nicht selten mit hohen finanziellen Risiken verbunden, die auch zu Finanzierungsproblemen führen können. Um vielversprechende Vorhaben nicht an diesen Risiken scheitern zu lassen, hat die Landesregierung die Modell- und Pilotprojektförderung bei Forschung und Entwicklung ausgebaut, den Mittelansatz durch Einwerbung europäischer Strukturfondsmittel verdoppelt und nicht zuletzt durch LOEWE-Mittel der Förderlinie 3 (LOEWE-KMU-Verbundvorhaben) stark ausgebaut. Zehn Prozent des Forschungsprogramms LOEWE, das auf 90 Millionen Euro im Jahr 2010 anwachsen soll, sind für die Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaft und Mittelstand vorgesehen.

Folgende Verbundprojekte im Rahmen der LOEWE-Förderlinie 3 werden unterstützt:

"Entwicklung eines Inhalationssystems mit innovativer Druck-Fluss Steuerung"

Konsortialführer: Activaero GmbH, Gemünden
Weitere Partner: Justus-Liebig-Universität Gießen / Lung Center UGLC (beantragtes LOEWE-Zentrum 2. Förderstaffel)
Projektbeschreibung: Entwicklung eines leichten und kostengünstigen Inhalationssystems mit Atemzug gesteuertem Düsenvernebler.

Zuwendung aus LOEWE: 174.410 Euro

"Entwicklung eines Retina Implantat Monitoring Systems"

Konsortialführer: EPI RET GmbH, Gießen
Weitere Partner: Fachhochschule Gießen-Friedberg (Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz), Philipps-Universität Marburg (FB Physik / AG Neurophysik)
Projektbeschreibung: Entwicklung eines Implantats zur Behandlung degenerativer Netzhauterkrankungen.

Zuwendung aus LOEWE: 274.273 Euro

"Empfindlicher, fluoreszierender Allergieschnelltest"

Konsortialführer: Milenia Biotech GmbH, Gießen
Weitere Partner: Philipps-Universität Marburg (FB Pharmazie), PLS Design GmbH
Projektbeschreibung: Entwicklung eines Produkts zur Diagnose von Allergien, dass in jeder Arztpraxis oder Apotheke eingesetzt werden kann.

Zuwendung aus LOEWE: 170.950 Euro

"Nasale-Langzeit-Inhalation"

Konsortialführer: IfM GmbH, Wettenberg/Gießen
Weitere Partner: Philipps-Universität Marburg (FB Medizin), Fachhochschule Gießen-Friedberg (Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz), Activaero GmbH (Gemünden), Thora Tech GmbH (Gießen), TransMIT GmbH (Gießen)
Projektbeschreibung: Entwicklung eines Beatmungsgeräts/Inhalationssystems, das nachts über eine passive, nasale Inhalation kontinuierlich Medikamente in die Atemwege des Patienten applizieren kann.

Zuwendung aus LOEWE: 352.049 Euro

"Funktionale Polymerwerkstoffe für die Ophthalmologie"

Konsortialführer: Actiol GmbH, Marburg
Weitere Partner: Philipps-Universität Marburg (FB Chemie)
Projektbeschreibung: Entwicklung von Intraokularlinsen, die es ermöglichen, nach Implantation einerseits in ihren optischen Eigenschaften verändert zu werden oder anderseits Wirkstoffe zur Bekämpfung des "Nachstars" freizusetzen.

Zuwendung aus LOEWE: 304.808 Euro


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