Uni Bochum

Kein Plagiatsverfahren gegen Lammert

(red/pm) Die Ruhr-Universität Bochum wird kein Verfahren zur Aberkennung des Doktorgrades eröffnen. Das beschloss das Rektorat der Ruhr-Universität Bochum auf der Grundlage einer eingehenden Prüfung der Konkretheit und Bedeutung der gegen Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert erhobenen Plagiatsvorwürfe. In der Dissertation finden sich zwar vermeidbare Schwächen in den Zitationen, die aber den Verdacht des Plagiats oder der Täuschung keineswegs rechtfertigen, heißt es.

07.11.2013 Artikel

Kein wissenschaftliches Fehlverhalten

Die Entscheidung der Universität gründet sich auf eine ausführliche Analyse der einzelnen vorgebrachten Vorwürfe durch den Ombudsmann, eine juristische Prüfung der sich aus den beanstandeten Passagen ergebenden Sachverhalte und eine davon unabhängige Prüfung der Vorwürfe durch den externen Sachverständigen Prof. Dr. Jürgen Kocka, Sozialhistoriker und langjähriger Präsident des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB).

Hinsichtlich der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis bewertet der Gutachter, ebenso wie der Ombudsmann der Ruhr-Universität Bochum, die nachweislichen Fehler in der Dissertation von Dr. Norbert Lammert als handwerkliche Schwächen. In seinem Gutachten betont Prof. Kocka die begrenzte Bedeutung der beanstandeten Passagen in Bezug auf die wissenschaftliche Gesamtleistung der Dissertation. Die durch den anonymen Hinweisgeber erhobenen Plagiatsvorwürfe begründeten keinen hinreichenden Verdacht auf ein wissenschaftliches Fehlverhalten. Der Vorgang sei damit abgeschlossen.

Prüfung nach den Leitlinien guter wissenschaftlicher Praxis

Im Juli 2013 hatte ein anonymer Hinweisgeber Herrn Dr. Lammert Plagiate in seiner Dissertation aus dem Jahr 1975 vorgeworfen. Am 29. Juli 2013 bat Lammert den Rektor der Uni Bochum um eine unabhängige Prüfung. Mit der Prüfung wurde der Ombudsmann der Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. Ulf Eysel, beauftragt. Die Universität folgte damit ihren Regeln zur Wahrung guter wissenschaftlicher Praxis und den entsprechenden bundesweit anerkannten Regeln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der Ombudsmann hat dem Rektorat seinen Bericht Ende Oktober vorgelegt.


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