Mit Algen aus der Ostsee gegen Entzündungen und Tumore

Zur Entwicklung von Antibiotika und zur Behandlung bestimmter Tumorarten sollen jetzt in einem gemeinsamen Projekt der Firmen CRM - Coastal Research & Management und O'Well mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein die Wirkstoffe heimischer Algen entschlüsselt werden. Für die Durchführung des Projektes hat der Staatssekretär im Wissenschaftsministerium Jost de Jager heute (30. November) in Kiel Förderbescheide in einer Gesamthöhe von rund 517.000 Euro an die Unternehmen und das Universitätsklinikum übergeben. Die Gesamtinvestitionen für dieses Projekt betragen 880.000 Euro.

30.11.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein

Ziel des Projektes ist es, Extrakte oder Wirkstoffgemische mit spezifizierter Wirkung gegen Entzündungen und Tumore zu gewinnen und reproduzierbare Herstellungsverfahren dafür zu entwickeln. "Die Unternehmen und das Universitätsklinikum haben bereits erhebliche Vorarbeiten geleistet. Ich sehe deshalb hervorragende Chancen, dieses Projekt erfolgreich durchzuführen", sagte de Jager bei der Bescheidübergabe. "Dies ist ein weiterer Schritt, die blaue Biotechnologie in Schleswig-Holstein weiter auszubauen."

Dr. Levent Piker, Gesellschafter von CRM, ergänzt: "Dabei können die neuen molekular- und zellbiologischen Techniken interessante Wirkungen sehr viel effizienter identifizieren als dies in der Vergangenheit der Fall war. Die angewendeten Wirkungstests sind patienten- und marktnah."

Das Potenzial mariner Organismen als Quellen für therapeutisch relevante Wirkstoffe ist noch lange nicht ausgenutzt. Sie sind erst seit wenigen Jahren in den Fokus von Forschern und Unternehmen gerückt. Im Jahr 2005 wurde am IFM-GEOMAR das Kieler Zentrum für marine Wirkstoffforschung mit öffentlichen Mitteln errichtet. Die heutige Förderung ergänzt den Aufbau der Forschungsinfrastruktur, um auch in der Wirtschaft die Voraussetzungen für die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Anwendung zu schaffen. Die heutigen Zuwendungsempfänger arbeiten eng mit dem Zentrum für Wirkstoffforschung zusammen.

Hinweis für die Redaktionen:
Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter:
www.crm-online.de
www.o-well.de
www.uni-kiel.de/med2


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