Schleswig-Holstein

"Schleswig-Holstein bildet zukünftig Lehrkräfte auf höchstmöglichem Niveau aus"

Schleswig-Holstein regelt die Lehrkräftebildung neu. "Wir bilden in Schleswig-Holstein zukünftig Lehrkräfte auf höchstmöglichem Niveau aus. Gewinner sind die Schülerinnen und Schüler", sagte Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Waltraud ´Wara` Wende heute (31. März) in Kiel. "Das Besondere der neuen Ausbildung ist die durchgängige Kombination von fachwissenschaftlicher Exzellenz mit pädagogisch-didaktischer Kompetenz", erläuterte die Ministerin. Beides gelte sowohl für den Grundschul- wie für den weiterführenden Sekundarbereich, wobei - das war der Ministerin wichtig - im Sekundarbereich die fachwissenschaftliche Ausbildung am hohen Niveau der Gymnasiallehrerausbildung orientiert sei.

31.03.2014 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Nachdem das Kabinett den Regierungsentwurf vergangene Woche verabschiedet hat, folgt jetzt das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren. "Mit diesem Gesetz legen wir erstmals verbindliche und aufeinander abgestimmte Standards für alle drei Qualifikationsphasen fest, also für das Studium, für den Vorbereitungsdienst und für die Fort- und Weiterbildung", freute sich die Ministerin. Geplant ist, dass das Gesetz im August 2014 in Kraft tritt; die neue Lehrkräftebildung soll im Wintersemester 2014/15 starten.

Das Anhörungsverfahren

Das Bildungsministerium hatte im Dezember 2013 den Referentenentwurf für das Ge-setz vorgelegt, es folgte die Anhörung der Verbände. "Die Rückmeldungen auf unseren Gesetzesentwurf waren erfreulich. Außerdem haben wir eine Reihe guter Anregungen erhalten, die wir in den Entwurf eingearbeitet haben", sagte die Ministerin. Im Rahmen der Anhörung sei als besonders positiv bewertet worden, dass die gesamte Lehrkräfte-bildung - also Studium, Vorbereitungsdienst und Weiterbildung - erstmals in einem Ge-setz geregelt werde. Zudem sei gelobt worden, dass die zukünftige Lehrkräftebildung auf die tatsächlichen Bedarfe an unseren Schulen zugeschnitten sei. Mehrheitlich begrüßt worden sei auch, dass das Gesetz die Universitäten auf die frühzeitige Beschäftigung mit Fragen der schulischen Praxis verpflichte und Praktika genauso vorgeschrieben seien wie die Beschäftigung mit den Themen 'Diagnostik', 'Umgang mit Heterogenität` und 'Inklusion'.

Die Universitäten werden gestärkt

Zukünftig werden sowohl in Kiel wie auch in Flensburg Sekundarschullehrkräfte ausgebildet. Diese können in den Jahrgängen 5 bis 13 aller weiterführenden Schulen eingesetzt werden. Dazu werden am Standort Flensburg die Lehramtsfächer, die bisher auf dem Niveau der Sekundarstufe I gelehrt worden sind, auf das Niveau der Sekundarstufe II angehoben. Parallel dazu erhalten an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) die pädagogisch-didaktischen Studieninhalte ein prominenteres Gewicht.

Für den Ausbau der Fächer an der Universität Flensburg stellt das Land der Universität seit diesem Jahr 450.000 Euro zusätzlich zur Verfügung. Ab 2017 sollen weitere 400.000 Euro pro Jahr und ab 2019 nochmals 500.000 Euro hinzukommen. Auf Sekundarniveau ausgebaut werden in Flensburg u.a. Deutsch, Englisch, Dänisch, Mathematik, Geographie, Biologie, Physik. Einige Fächer im Bereich der Sekundarstufe werden zukünftig ausschließlich in Kiel studierbar sein, u.a. Informatik, Französisch, Italienisch, Russisch, Latein, Griechisch und Theologie. Die Ausbildung zur Musiklehrkraft erfolgt im Bereich der Sekundarstufe zukünftig ausschließlich an der Musikhochschule Lübeck.

Ministerin Wende: "Beide Standorte gewinnen durch das neue Modell: Die Ausbildung an der Universität zu Kiel, die schon jetzt fachwissenschaftlich exzellent aufgestellt ist, wird im Bereich von Pädagogik und Fachdidaktik stärker werden, und die Ausbildung an der Universität Flensburg, wo bisher Pädagogik und Fachdidaktik im Mittelpunkt der Ausbildung standen, wird im Bereich der Fachlichkeit dazugewinnen." Auf diese Weise werde erreicht, dass zukünftig alle Lehrerinnen und Lehrer das fachwissenschaftliche und auch das pädagogisch-fachdidaktisch Know-how besitzen, um sowohl hochbegabte wie weniger hochbegabte Schülerinnen und Schüler individuell fördern und fordern zu können.

Die Bedarfe an unseren Schulen und die Lehrerbildung passen zusammen

Es werde - so die Ministerin - zukünftig im allgemeinbildenden Bereich Lehrkräfte für die Grundschulen (ausgebildet in Flensburg), für die Gymnasien und Gemeinschaftsschulen (Kiel und Flensburg) und für die Sonderpädagogik (Flensburg) geben, außerdem gebe es noch die Berufsschullehrerausbildung, die in Kiel und Flensburg angeboten werde. Studierende, die den Studiengang Sekundarlehrer wählen, können sich später entscheiden, an welcher weiterführenden Schule sie unterrichten wollen.

Der Schulbezug wird in allen Lehramtsstudiengängen eine größere Rolle spielen als bisher. Orientierungs- und Tagespraktika während des Bachelor-Studiengangs werden ergänzt um ein Praxissemester im Masterstudium. Die Themen Diagnostik, Heterogenität und Inklusion werden in allen Studiengängen fest verankert - ebenso die durchgängige Sprachbildung und die Vermittlung von Medienkompetenz.


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