Sehrbrock: Starkes BAföG statt Ausbau von Stipendien
Zu den Plänen des nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministers Andreas Pinkwart, ein bundesweites Stipendiensystem für begabte Studierende einzuführen, das teilweise von der Wirtschaft finanziert wird, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock am Freitag in Berlin:
14.08.2009 Pressemeldung Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)"Ein nationales Stipendiensystem ist das falsche Instrument, um mehr jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen und die soziale Durchlässigkeit an den Hochschulen zu verbessern. Wir brauchen vielmehr eine Stärkung des BAföG – es muss nach der Wahl schleunigst an die steigenden Lebenshaltungskosten angepasst werden. Ein Stipendiensystem kann das BAföG allenfalls ergänzen, es darf nicht Kern der Studienfinanzierung sein.
Gerade die persönlichen Kosten eines Studiums spielen bei einkommensschwachen Familien eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für oder gegen den Hochschulbesuch. Wir brauchen deshalb einen klaren Rechtsanspruch. Bei der Vergabe von Stipendien durch die Wirtschaft sind die angehenden Studierenden zu sehr auf deren Wohlwollen angewiesen.
Vor allem bei den Ingenieurs- und Naturwissenschaften ist der Anteil der BAföG-Geförderten sehr hoch. Deshalb sollte auch die Wirtschaft ein Interesse an einem starken BAföG haben. Der DGB erwartet von der Bundesregierung nach der Wahl eine Strukturreform zur Stärkung des BAföGs. Es muss elternunabhängig und auskömmlich sein. Die bisherigen Leistungen des Familienleistungsausgleichs sollten als Sockelbetrag allen Studierenden zugutekommen."
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