Staatssekretär de Jager fordert europäischen Masterplan für maritime Technologien nach dem Vorbild Schleswig-Holsteins
Schleswig-Holstein strebt bei der Entwicklung und Förderung maritimer Technologien eine europaweite Vorreiterrolle an. Wie Wissenschafts-Staatssekretär Jost de Jager heute (9. März) im Anschluss an die Brüsseler Meereskonferenz der norddeutschen Küstenländer sagte, habe Schleswig-Holstein als bislang einziges Bundesland eine methodisch saubere Erhebung der Strukturen und Entwicklungstrends seiner maritimen Technologien vorgelegt. "Dieses Konzept setzt Maßstäbe und hat damit alle Voraussetzungen, Grundlage für einen dringend nötigen europäischen Masterplan auf dem maritimen Sektor zu werden", sagte de Jager mit Blick auf den großen Zuspruch der rund 250 Konferenzteilnehmer. Angesichts der enormen Herausforderungen wie dem drohenden Klimawandel oder Engpässen bei der Welternährung müsse die maritime Technologie der Zukunft weitaus mehr sein, als die regionale Technologie der Küstenländer.
09.03.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-HolsteinDe Jager erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die erhebliche wirtschaftliche Bedeutung des maritimen Sektors für Schleswig-Holstein. Mit insgesamt 1400 Unternehmen mit 45.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 5,5 Milliarden Euro pro Jahr habe die Branche dasselbe Gewicht wie der gesamte Tourismus im Land. Schleswig-Holstein besitze den größten maritimen Nationalpark Europas, sei Sitz jeder vierten deutschen Reederei und jeder fünften deutschen Werft, verfüge mit dem Nord-Ostsee-Kanal über die meist befahrene Wasserstraße der Welt und belege mittlerweile Platz 1 in der maritimen Zulieferindustrie.
Der Wettbewerbsvorteil für Deutschland und Schleswig-Holstein liegt nach den Worten von de Jager im qualifizierten Personal und dem technologischen Vorsprung. Um die Stärken Schleswig-Holsteins weiter auszubauen und weitere Arbeitsplätze zu schaffen, hat das Wirtschaftsministerium im Rahmen der Landesinitiative "Zukunft Meer" die jetzt in Brüssel vorgestellte Untersuchung über Technologietrends und Entwicklungsbedarfe in der maritimen Wirtschaft und Wissenschaft in Auftrag gegeben. Darauf aufbauend wurden gemeinsam mit zahlreichen Unternehmen und den wissenschaftlichen Einrichtungen sechs so genannte Roadmaps (Fahrpläne) für einzelne Sektoren und anschließend der "Masterplan Maritime Technologien Schleswig-Holstein" entwickelt. Im Rahmen der Untersuchung wurden etwa 200 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen befragt.
Als wesentliche Ergebnisse hob de Jager folgende Fakten hervor:
- die Unternehmen haben mit etwa 88 Prozent eine hohe bis sehr hohe Technologieabhängigkeit
- die Technologieproduzenten liegen bei etwa 65 Prozent, in der Zulieferindustrie sogar bei etwa 85 Prozent.
- Bei den wichtigsten Querschnittstechnologien heute und zukünftig handelt es sich in der maritimen Wirtschaft um Informations- und Kommunikationstechnologien; Energietechnologien; Umwelttechnologien; Sicherheitstechnik
- Ausbildung und Qualifizierung, Entwicklung und Forschung in den Unternehmen oder durch regionale Forschungseinrichtungen sind entscheidende Erfolgsfaktoren
De Jager erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass mit Mitteln aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft für Schleswig-Holstein innovative maritime Projekte aus Wissenschaft und Wirtschaft gefördert und unterstützt werden können. Spätestens zur Internationalen maritimen Fachmesse, der InWaterTec 2007, im Oktober in Kiel werden erste Förderwettbewerbe für spezielle Technologien oder Anwendungen ausgeschrieben sowie die maritime Ausbildung und Qualifizierung weiter gestärkt sein. "Mit der Methode, den Status Quo und die Trends und Entwicklungen einer Branche im Rahmen eines Masterplans gemeinsam mit Wissenschaft und Wirtschaft zu entwickeln und vor allem in einem laufenden Prozess auch gemeinsam weiter zu entwickeln ist Schleswig-Holstein in der regionalen Technologiepolitik Vorreiter", so der Staatssekretär. Die Bundesregierung habe angekündigt, mit einem nationalen Masterplan Maritime Technologien nachzuziehen.
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