Stärker in Bildung investieren!
Der vorliegende OECD-Bericht ´Education at a Glance 2009´ kritisiert den niedrigen Anteil der Bildungsausgaben in Deutschland. Mit nur 4,8 % des Bruttoinlandsprodukts liegen die gesamten öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildung in Deutschland im Vergleich zu anderen untersuchten Ländern weit abgeschlagen im unteren Feld (OECD-Durchschnitt: 6,1 %). Während 23 OECD-Länder vor Deutschland rangieren, reihen sich nur Irland, Spanien, die Slowakei und die Türkei hinter Deutschland ein. Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband fordert, dass die Bildungsausgaben spürbar gesteigert werden.
08.09.2009 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)Die OECD-Studie betont den hohen Wert eines Hochschulstudiums sowohl unter marktwirtschaftlichen wie auch unter sozialpolitischen Gesichtspunkten. Es ist besorgniserregend, dass der Anteil der Studienanfänger an Hoch- und Fachhochschulen in Deutschland bis 2007 in Folge dreimal abgesunken ist und im vorletzten Jahr bei 34 % eines Jahrgangs lag. Erst 2008 stieg die Zahl wieder auf 36 %, liegt aber im Vergleich zum OECD-Durchschnitt (56 %) noch ausgesprochen niedrig.
"Man darf allerdings nicht den Fehler machen, die Zahlen unkommentiert zu vergleichen. Die Studierquoten variieren auch deshalb so stark, weil in den einzelnen Ländern jeweils unterschiedliche Bildungseinrichtungen zum Hochschulbereich gezählt werden", merkt Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes, kritisch an.
Als recht erfreulich wertet der Philologen-Verband, dass – wie in fast allen anderen OECD-Ländern – auch in Deutschland die Zahl derjenigen angestiegen ist, die ein Hoch- oder Fachhochschulstudium abgeschlossen haben. Während 1995 in Deutschland nur 14 % hierzu zählten, kletterte in Deutschland die Zahl im Jahr 2007 auf 23 % eines Jahrgangs (OECD-Durchschnittwert: 36 %).
"In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten muss jedes Bundesland darauf bedacht sein, den Bildungsbereich nicht zu kurz kommen zu lassen. Auf keinen Fall darf es zu Einsparmaßnahmen auf Kosten der Schulen, der Schülerinnen und Schüler und damit letztlich der Zukunft gehen", mahnt Peter Silbernagel.
Keine Kommentare vorhanden