Weiterbildung ja - aber nicht an den Hochschulen

(bikl) Vergleichsweise wenig Hochschulabsolventen nutzen das Weiterbildungsangebot von Universitäten und Fachhochschulen. Dies geht aus einer aktuellen Studie der HIS (Hochschul-Informations-System GmbH) zur Weiterbildungsnachfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hervor, die heute in Berlin veröffentlicht wurde.

14.11.2004 Artikel

Immerhin 90 Prozent der Absolventen bilden sich nach ihrem Examen weiter. Doch nur jeder Vierte von ihnen - so die Studie - nutzt die Angebote einer Hochschule.

Grundlage der Untersuchung ist eine Befragung von rund 13.000 Examinierten der Abschlussjahrgänge 1993 und 1997. Eine wesentlich größere Rolle in Sachen Weiterbildung spielen die Angebote anderer Einrichtungen. Dazu zählen vor allem der eigene Arbeitgeber, private Weiterbildungseinrichtungen, Kammern und Verbände. 85 Prozent aller Hochschulabsolventen haben an Veranstaltungen außerhalb der Hochschulen teilgenommen. Dabei standen EDV-Anwendungen, Management, Fremdsprachen, Kommunikations- und Interaktionstraining im Vordergrund des Interesses. Meistens trug der Arbeitgeber die Kosten der Weiterbildung allein (51 Prozent) oder beteiligte sich daran (28 Prozent).

"Weiterbildung an Hochschulen muss marktorientiert und wettbewerbsfähig sein, wenn die Etablierung dieses Sektors voranschreiten soll", heißt es im Fazit der Studie. Allerdings sollten sich die Hochschulen an ihrer institutionellen Sonderstellung und ihrem gesellschaftlichen Auftrag orientieren. "Sowohl in Bezug auf Weiterbildungsinhalte als auch auf die Adressaten der Weiterbildung kann und darf Hochschulweiterbildung nicht ausschließlich marktförmig und gewinnorientiert verfasst sein."

Weiterführende Links:

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Die Studie im Internet (pdf):
Projektbericht


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