Band II des deutsch-französischen Geschichtsbuchs erschienen

Nach dem großen Erfolg des Bandes "Histoire/Geschichte – Europa und die Welt seit 1945" erscheint am 9. April 2008 der zweite Band "Europa und die Welt vom Wiener Kongress bis 1945". Der Band wird am 9. April im Deutschen Historischen Museum Berlin von Klaus Wowereit, dem Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, und dem französischen Bildungsminister Xavier Darcos vorgestellt.

09.04.2008 Pressemeldung Ernst Klett Verlag GmbH

Dr. h.c. Michael Klett, Verleger und Vorstandsvorsitzender der Ernst Klett AG, betont die Relevanz des Projektes für die deutsch-französischen Beziehungen: "Die Verständigung zwischen den Ländern war und ist auch heute nicht immer einfach. Man muss wissen, warum sich Deutschland und Frankreich einst entzweit haben, erst dann versteht man wahrhaft, aus tieferen Gründen, diese Freundschaft."

Das erste binationale Geschichtsbuch "Histoire/Geschichte – Europa und die Welt seit 1945" ist seit einem Schuljahr deutschland- und frankreichweit in der Oberstufe im Einsatz und erfreut sich eines großen Erfolges – der erste Band wurde in Deutschland und Frankreich jeweils in einer Auflage von 45.000 Exemplaren verkauft. Band II zur Geschichte zwischen 1815 und 1945 behandelt eine Epoche, die von Kriegen und Kontroversen, aber auch von einem vielfältigen kulturellen Austausch zwischen den beiden Ländern geprägt war.

Aufarbeitung einer traurigen Bilanz

Dr. Ilas Körner-Wellershaus, Verlagsleiter Ernst Klett Verlag in Leipzig und Leiter des Projektes "Histoire/Geschichte", benennt die kritischen Punkte: "Drei große Kriege, Besetzungen und Verfolgungen sind die traurige Bilanz einer für die deutsch-französischen Beziehungen sehr schwierigen Epoche." So seien die Ansprüche mit der Arbeit am zweiten Band eher gewachsen. "Im ersten Band, über die Nachkriegszeit, konnten die deutschen und französischen Autoren die Zusammenarbeit sehr gut üben. Schließlich ging es um die friedlichen Jahrzehnte der Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich. Bei diesem Band standen sie vor schwierigeren Themen, die heute jedoch aufgearbeitet und daher in ihrer Darstellung wenig problematisch sind." Spezielle Seiten zum Perspektivwechsel stellen die unterschiedlichen Blickwinkel auf die Geschichte plastisch dar, so zum Beispiel die Wahrnehmung des Ersten Weltkriegs in beiden Ländern: Während der "Große Krieg" in Frankreich einen hohen Stellenwert hat, wird die Wahrnehmung in Deutschland durch den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg überlagert.

Ein Buch für die Schüler

Auch wenn das deutsch-französische Geschichtsbuch inhaltlich von Regierungsseite unterstützt wird, so ist es dennoch kein politisches Instrument. Die geschichtlichen Fakten werden wertfrei dargestellt, und die Perspektivenwechsel fordern die Schüler auf, andere Blickwinkel einzunehmen und sich ihr eigenes Urteil zu bilden. So kommt das Buch bei den Schülern in Deutschland und Frankreich sehr gut an: "In anderen Geschichtsbüchern wird das eigene Land häufig als Held dargestellt", stellt ein Schüler von der Wilhelm-Raabe-Schule in Hannover fest. Eine Mitschülerin ergänzt: "Dass die deutschen und französischen Schüler mit dem gleichen Material arbeiten, finde ich sehr gut, da sich dadurch die gleiche Sicht der Dinge einstellt."

Projektgruppe sorgt für Expertise

Eine bilaterale Projektgruppe mit Vertretern aus dem Büro des Bevollmächtigten für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, Universitätsprofessoren und Geschichtslehrern begleitet das Projekt und die zwölf Autoren wissenschaftlich und konzeptionell. Der dritte und letzte Band der Verlage Ernst Klett (Leipzig/Stuttgart) und Nathan (Paris) zur Geschichte von der Antike bis zum Wiener Kongress erscheint voraussichtlich 2009. Alle drei Bände begutachten die Geschichte Europas aus zwei Blickwinkeln: Diesseits und jenseits des Rheins wird die Geschichte anders erlebt und anders erinnert – und dennoch ist es eine gemeinsame Geschichte.

Gerne vermittelt der Ernst Klett Verlag Interviews mit den Herausgebern, Autoren oder Projektleitern. Weitere Informationen und zum Abdruck freigegebenes, honorarfreies Bildmaterial finden Sie unter www.klett-pressebox.de.

*Der Ernst Klett Verlag ist einer der größten deutschen Bildungsverlage und ein Unternehmen der Klett Gruppe. Sein Programm umfasst neben Schulbüchern auch ein breites Angebot von Unterrichts- und Lernmaterialien, Karten und Software für alle Schularten und Jahrgangsstufen.
Der Ernst Klett Verlag ist Teil der Klett Gruppe, die mit ihren rund 70 Unternehmen an 36 Standorten in 13 Ländern präsent ist. Sie bringt jährlich fast 3.000 neue Titel und ca. 50 Zeitschriften heraus. Insgesamt sind rund 40.000 Titel lieferbar. Die Gruppe erwirtschaftete im Jahr 2006 mit rund 2.700 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 400 Millionen Euro.*

Ansprechpartner

Ernst Klett Verlag GmbH
Anja Vrachliotis
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Rotebühlstraße 77
70178 Stuttgart
Telefon: +49 711 6672-1166
E-Mail: pr@klett.de
Web: www.ernst-klett-verlag.de


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