Bildungsministerin Erdsiek-Rave: Zentrale Abschlussprüfungen erfolgreich abgeschlossen

Die landesweit zentralen Prüfungen zum Abitur sowie erstmals zum Realschul- und zum Hauptschulabschluss sind erfolgreich abgeschlossen. "Das Verfahren funktioniert und die Ergebnisse sind durchweg zufriedenstellend", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (13. Juli) in Kiel. "Anders als in anderen Bundesländern gab es keine Probleme mit Nachbesserungen von Benotungen, vorab bekannt gewordenen Aufgabenstellungen, technischen Pannen oder unlösbaren Aufgaben." Dazu habe auch beigetragen, dass die Aufgaben von Fachkommissionen erarbeitet und vor den Prüfungen auf ihre Eignung mit Schülerinnen und Schülern außerhalb Schleswig-Holsteins getestet wurden.

13.07.2009 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Sowohl für den Hauptschulabschluss als auch für den Realschulabschluss liegen die Durchschnittsnoten der drei Kernfächer jeweils zwischen 2,5 und 3,1 und damit im erwarteten Bereich, genauso wie der Anteil der nicht mehr ausreichenden Leistungen und der Umfang der Leistungsspitze. "Wir können also von einer gelungenen Premiere sprechen", so die Ministerin weiter. Beim Hauptschulabschluss (rund 13.000 Schülerinnen und Schüler) wurde im Fach Englisch mit 2,5 das beste Landesergebnis erzielt. Im Fach Mathematik beträgt die Durchschnittsnote 3,02, das Fach Deutsch liegt mit 2,75 dazwischen. Beim Realschulabschluss (rund 15.000 Schülerinnen und Schüler) liegen die Durchschnittsnoten bei 2,60 in Mathematik, 3,08 in Deutsch und 3,10 in Englisch.

Beim Abitur (rund 8.200 Schülerinnen und Schüler) hat sich der Gesamt-Notendurchschnitt von 2,58 im Jahr 2008 auf jetzt 2,56 verbessert. Die Durchschnittsergebnisse in den Kernfächern Deutsch mit 3,0 und Englisch mit 2,8 entsprechen den Werten des Vorjahres, im Fach Mathematik hat sich die Durchschnittnote leicht auf 2,8 gesteigert. Zentral geprüft wurden außerdem die Leistungskurse in den Fächern Französisch, Spanisch, Dänisch, Latein, Griechisch, Biologie, Physik und Chemie. So ist sichergestellt, dass jede Schülerin und jeder Schüler in mindestens einem Leistungsfach zentral geprüft wird. Die Prüfungen in den übrigen Fächern wurden dezentral abgenommen. Erdsiek-Rave: "Hier hat sich das Verfahren offensichtlich eingespielt - das zeigen vor allem auch die Rückmeldungen der beteiligten Lehrerinnen und Lehrer."

Dies gelte grundsätzlich auch für die Hauptschul- und Realschulabschlüsse. "Einzelne Verbesserungsvorschläge dazu werden bereits geprüft und so bald wie möglich umgesetzt." Diese bezögen sich vor allem auf die Realschulprüfungen bzw. Hauptschulprüfungen, die an Gymnasien, Realschulen und Gesamtschulen abgelegt werden, um Abgänger ohne Abschluss zu vermeiden. Es gehe unter anderem darum, Ausgrenzungen von Schülern zu vermeiden, Entscheidungsspielräume der Schulen zu erweitern, Prüfungsteile sinnvoller zu gewichten und die Lehrkräfte noch etwas zu entlasten.

Angesichts der vielen zusätzlichen Lehrerstellen im laufenden Jahr und der ebenfalls hohen Bedarfe in anderen Ländern betonte die Ministerin, dass Schleswig-Holstein bei den Lehrereinstellungen an den Gymnasien ebenso wie in den anderen allgemein bildenden Schularten auf einem guten Weg sei. "Nach dem derzeitigen Stand werden wir voraussichtlich alle dauerhaft zu besetzenden Stellen auch besetzen können."

Den Gymnasien stehen allein zum Schuljahr 2009/10 rund 370 zusätzliche Planstellen zur Verfügung. Hinzu kommen etwa 90 Stellen, die wiederbesetzt werden müssen und auch rund 60 befristete Stellen (z.B. Vertretungen für Elternzeit). "Ohne Zweifel ist es zuletzt schwieriger geworden, ausreichend viele geeignete Bewerber zu finden, gerade weil auch andere Bundesländer Lehrerstellen aufgestockt haben. Deshalb haben wir uns frühzeitig Gedanken gemacht und Ideen entwickelt, wie diese Herausforderung zu bewältigen ist", sagte Erdsiek-Rave.

In Schleswig-Holstein haben Referendarinnen und Referendare so bald wie möglich nach ihrem 2. Staatsexamen (Mindestnote befriedigend) ein unbefristetes Einstellungsangebot erhalten. Bei dringend benötigten Fächern wie Mathematik, Physik, Latein, Spanisch und Chemie oder bei schwer zu besetzenden Standorten würden sie bereits zum 1. August 2009 eingestellt, also einen Monat früher als üblich. "Mehrere Referendare und Referendarinnen aus anderen Bundesländern, die zum Teil schon im Mai fertig waren, haben wir bereits im laufenden Schuljahr dauerhaft eingestellt." Insgesamt hätten alle Referendare und Referendarinnen der Gymnasiallaufbahn aus Schleswig-Holstein ein Einstellungsangebot erhalten, wenn sie sich im Land beworben haben. Außerdem sollen 40 der zur Verfügung stehenden Planstellen für die Gymnasial-Laufbahn in 80 Referendarstellen umgewandelt werden. "Das ist vor allem in Hinblick auf die langfristige Sicherung der Unterrichtsversorgung eine richtige und wichtige Entscheidung."


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