Dannhäuser fordert: "EDV-Programmchaos an Schulen muss gelöst werden"
An den Schulen herrscht derzeit ein ärgerliches Programmchaos. Schulleiter und Lehrer müssen zwar Monat für Monat eine Fülle statistischen Datenmaterials erheben, die dafür bereit gestellten EDVProgramme behindern jedoch den problemlosen sowie fehlerfreien Austausch der oft mühsam zusammengestellten Daten. "Sie sind oft nicht kompatibel, was zur Folge hat, dass sie nur teilweise oder gar nicht verarbeitet werden können", erklärte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Albin Dannhäuser. "Schulleiter und Lehrer haben diese Unstimmigkeiten bereits viele Nerven gekostet - vor allem aber einen unverhältnismäßig hohen Anteil an Zeit, die letztlich den Schülern fehlt", kritisierte er. Als "dringend notwendig" bezeichnete er es deshalb, dass sich heute der Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport im Bayerischen Landtag mit dem Problem der Datenerfassung im Schulbereich beschäftigt und das Kultusministerium ein Konzept für neue EDV-Programme vorgestellt hat. "Seit langem fordert der BLLV eine ausreichende Ausstattung mit Personal, funktionierende EDV-Programme und ein entsprechendes Schulungsangebot."
08.03.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.Bis August 2008 sollen nun EDV-Programme vorliegen, die die Datenerhebung und den Datenausgleich erleichtern - "das lässt uns hoffen", kommentierte Dannhäuser. Gleichzeitig forderte er jedoch, dass sich bei der Implementierung der neuen, verbesserten EDV-Programme nicht das gleiche Chaos abspielen dürfe wie im Jahr 2003. Zwar wurden Schulung und Hotline zugesagt - keine Zusage allerdings wurde für die BLLV-Forderung nach deutlich mehr Personal in der Verwaltung gegeben. "Gerade das wäre jedoch dringend erforderlich", kritisierte Dannhäuser, denn das Erheben von statistischem Datenmaterial kostet Schulleiter und Lehrer viel Zeit.
Der BLLV-Präsident mahnte zudem an, dass für die Anlaufzeit Hilfen angeboten werden sollen, die den Transfer bestehender Daten in neue Programme problemlos ermöglichen. Die neuen EDV-Programme müssten vorher auf ihre Funktionsfähigkeit intensiv gestestet werden, um den Schulleitern und Lehrern die Arbeit zu erleichtern.
Schulleiter/innen müssen viele Statistiken über ihre Schüler führen. Die "Abfragewut" der Behörden ist groß. "Die Datenerhebungen sind in der Regel sehr zeitaufwändig und arbeitsintensiv. Sie müssen nebenbei und zusätzlich erledigt werden. Wenn Schulleiter von Schulen mit 300 bis 900 Schülern klären müssen, wie viele Eltern deutsch sprechen, in welcher Familie nur die Mutter oder nur der Vater die deutsche Sprache beherrschen, dann kann sich jeder vorstellen, wie zeitintensiv Datenerhebungen sein können. Wenn dann auch noch die bereitgestellten EDV-Programme nicht voll funktionsfähig sind und die Daten nicht reibungslos an die verschiedenen Verwaltungsebenen weitergegeben werden können, treibt das Schulleiter und Lehrer in schiere Verzweiflung. "Oft bekommen Schulleiter einen heiligen Zorn", so Dannhäuser.
Er betonte jedoch auch, dass Schulen pädagogische Einrichtungen sind, die nicht zu Institutionen umfunktioniert werden dürften, "die am laufenden Band Statistiken führen und Datenmaterial hin- und herzuschieben haben." Viele Schulleiter und Lehrer haben inzwischen das ungute Gefühl, dass das Führen von Statistiken wichtiger ist als das Unterrichten, das Schulleben und die Personalführung. "Lehrer sind aber nicht dazu da, die Statistikmanie von Behörden zu befriedigen. Das bislang erhobene Datenmaterial hat bisher kaum pädagogische Konsequenzen nach sich gezogen", kritisierte Dannhäuser.
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