Écoles fermées? Frankreichs Schulen setzen auf E-Learning bei der Vorbereitung auf die "Schweinegrippe"

(Helmut Poppe/Redaktion) Panikmache, Sommerloch oder vorausschauende Planung? Frankreichs Schulen bereiten sich auf die Schweinegrippe vor: Schulfernsehen, Radio und Internet sollen dabei eine große Rolle spielen, wenn Schulen bis zu 12 Wochen geschlossen werden.

28.08.2009 Artikel

Die (bei uns politisch nicht ganz korrekt genannte) "Schweinegrippe" wird zur Zeit heftig in Frankreich diskutiert, was Schulen anbelangt. Um einem "suivi pédagogique" zu verhelfen - vulgo, um den Schulbetrieb irgendwie aufrecht zu erhalten - sollen Lerninhalte und Schullektionen über Radio, Fernsehen und Internet vermittelt werden.

Grundlagen und Maßeinheiten für die Schließung von Klassen und Schulen sind: Ab 3 infizierten Schülern in einer Klasse bleibt die Klasse für 6 Tage geschlossen, bei Wiederholungsfällen wird verlängert. Sollte es zu einer nationalen starken Ausbreitung der Grippe A (H1N1) kommen, würden generell alle Schulen für 12 Wochen geschlossen. Schulfernseh-, Radio- und Internetangebote für Grundschulen bis zu den Abschlussklassen sind bereits vorbereitet.

Aufschrei kommt von Lehrerverbänden, die Ungerechtigkeiten für Familien befürchten, die über keinen Internetzugang verfügen. Da in Frankreich quasi alle Schulen Ganztagsunterricht bieten und mehr Frauen berufstätig sind als in Deutschland, stellt sich die Frage, wer sich um die Kinder kümmert. Der französische Erziehungsminister Luc Chatel bittet die Allgemeinheit um "Solidarität".

Auch hierzulande gibt es Strukturen für mediengestützten Fernunterricht. So etwa das von Schulen ans Netz entwickelte Internetportal lo-net2.de für E-Learning-Szenarien in virtuellen Klassenräumen. Auch regionale Medienzentren sind inzwischen ausgestattet: so bietet das Medienzentrum Main-Taunus mit dem MTK-Schulintranet ein geeignete Plattform um ort- und zeitversetztes Unterrichten in virtuellen Schulkassen zu organisieren.


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