Eklat um Schulleiterkongress

(bikl) Die vom hessischen Kultusministerium geplante "zentrale Dienstbesprechung" mit 2000 Schulleitern am 3. März in die Frankfurter Jahrhunderthalle hat für einen politischen Eklat gesorgt.

16.02.2007 Hessen Artikel

Kultusministerin Karin Wolff (CDU) hatte den Kongress mit dem Titel "Die eigenverantwortliche Schule braucht einen Impuls" als Dienstveranstaltung deklariert - die Teilnahme ist daher Pflicht. Vertreter der Opposition haben den Kongress scharf kritisiert und ihn unter anderem als "dubiosen Feldgottesdienst" bezeichnet.

Im Kulturpolitischen Ausschuss des Hessischen Landtags erklärte die Kultusministerin gestern dazu, das Programm stehe schon seit Wochen im Internet. Einschließlich Reisekosten rechne sie mit einem Gesamtaufwand zwischen 350.000 und 400.000 Euro – "nicht viel für eine hochkarätige Veranstaltung mit knapp 2.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern."

Die SPD-Abgeordnete Heike Habermann hatte diese Rechnung noch um die Stundensätze der nach Frankfurt beorderten Schulleiter ergänzt und erklärt, "es kann sein, dass wir bei einer Summe sind, für die man 30 Lehrer einstellen könnte".

Zu den Vorwürfen über die hohen Kosten kommt, dass SPD, Grüne und FDP im geplanten Programm mehr Parteipolitik als Pädagogik entdecken. So sollen zu Kongressbeginn nacheinander Kultus-Staatssekretär Joachim Jacobi, Ministerpräsident Roland Koch und Ministerin Wolff (alle CDU) ans Rednerpult treten. Danach erst wird der Schweizer Bildungsforscher Rolf Dubs referieren. An der anschließenden von ZDF-Journalist Steffen Seibert moderierten Podiumsrunde nehmen ebenfalls Koch und Wolff teil.

Der hessische FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn hat nun die Landesregierung aufgefordert, den für 3. März geplanten Kongress sämtlicher hessischer Schulleiter abzusagen.


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