"Management von Möglichkeiten und mehr Führungsverantwortung für Hessens Schulleitungen"

"Damit Schulen ihren pädagogischen Auftrag bestmöglich verwirklichen können, müssen die Schulleitungen eine Fülle wichtiger Führungsentscheidungen treffen", hat die Hessische Kultusministerin Karin Wolff heute bei KPMG in Frankfurt zum Auftakt des zweiten Projekt-Durchgangs von "Partners in Leadership" betont: Diese Führungsverantwortung werde mit der stärkeren Eigenverantwortung von Hessens Schulen weiter zunehmen. Das sich wandelnde Berufsbild der Schulleiterinnen und Schulleiter charakterisierte sie als "Managen von Möglichkeiten" und dankte für die Unterstützung der hessischen Wirtschaft.

21.02.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Karin Wolff begrüßte die Fortsetzung des Projekts "Partners in Leadership" gemeinsam mit der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände, einzelnen Schulen und Unternehmen sowie der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft: Trotz unterschiedlicher Führungsaufgaben, gebe es viele Gemeinsamkeiten bei verantwortlichem Handeln und Entscheiden, bei Personal und Budget, fortlaufender Qualitätsentwicklung, Marketing oder Selbst-Management. Andererseits sei klar: "Schulen sind keine Wirtschaftsunternehmen, Lehrer keine Fließbandarbeiter, Schüler keine planbaren Produkte und Schulleiter keine Firmenmanager." Dennoch seien Managerqualitäten bei Schulleiterinnen und Schulleitern in Hessen mehr und mehr gefragt. Karin Wolff verwies auf Stellenausschreibungen und Personalauswahl, Fortbildungs-Planung für das Kollegium, Budgetverantwortung und mehr Freiheit in der Unterrichtsorganisation seit Beginn des laufenden Schuljahres: "Zur erhöhten Eigenverantwortung gehört ferner, dass unsere Schulen eigene Profile entwickeln und schärfen, Schulprogramme erarbeiten und sich eigene Ziele setzen."

Für die Kultusministerin bedeutet dies keineswegs mehr Verwaltung und mehr Bürokratie: "Hier geht es vielmehr um wichtige pädagogische Entscheidungen, die den Schülerinnen und Schülern dienen und die Schulen voranbringen. Für das technische Abwickeln bleiben die Staatlichen Schulämter zuständig." Sie zitierte den Erziehungswissenschaftler Wolfgang Böttcher: "Die Politik muss Führung ermöglichen. Schulleiter müssen führen dürfen", um die Qualität von Schule und Unterricht nachhaltig zu verbessern. Nach dem Vorbild der PISA-Spitzenländer habe sich Hessen auf den Weg zur eigenverantwortlichen Schule gemacht, die nach Professor Dr. Rolf Dubs von der Universität Sankt Gallen eine "geleitete Schule" sein müsse.

"Stärkung der Eigenverantwortung – Schlüssel zur Qualität" werde auch Motto des ersten gesamthessischen Schulleiterkongresses mit Ministerpräsident Roland Koch und internationalen Experten am übernächsten Wochenende in der Höchster Jahrhunderthalle sein, so Karin Wolff: Schulleitung entwickele sich zum eigenen Berufsbild mit spezifischer Aus- und Fortbildung. Von 2001 bis 2006 hätten mehr als 4.500 Lehrkräfte an entsprechenden Personalentwicklungsmaßnahmen teilgenommen. Professionalität und ein eigenes Berufsbild müssten sich auch "in den Leitungszeiten ausdrücken, die Hessen in den vergangenen Jahren bereits um über 10.000 Stunden ausgeweitet hat, damit Schulleitungen hinreichend Zeit finden, ihre neuen Aufgaben aktiv anzunehmen."


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