Minister Rupprecht zu den Ergebnissen der PISA-Folgestudie
"Die Ergebnisse der heute vorgelegten PISA-Folgestudie sind unbefriedigend", sagt Bildungsminister Holger Rupprecht. "Wenn bundesweit 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Fach Mathematik und sogar mehr als die Hälfte in den Naturwissenschaften binnen eines Jahres keine Lernzuwächse vorweisen können, müssen wir uns fragen, wie wir das ändern können."
17.11.2006 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes BrandenburgMit der PISA-Folgestudie gebe es zum ersten Mal einen Beleg dafür, wie wichtig das Engagement und die Kompetenz von Lehrerinnen und Lehrer für den Unterrichtserfolg sind. Rupprecht warnte jedoch vor einseitigen Schuldzuweisungen an die Lehrkräfte. "Wir müssen künftig genauer analysieren, wo Lehrer Schwachstellen haben und wie sie unterstützt werden können." Dazu gebe es in Brandenburg bereits erste Konzepte. So haben einige Schulen ein Evaluationsprogramm eingerichtet, in dem Schüler ihre Lehrer einschätzen. "Das ist ein gutes Instrument, um Lehrern ein Feedback über ihre Arbeit zu geben", so der Bildungsminister. Zudem würden derzeit alle Fachkonferenzleiter Mathematik der weiterführenden Schulen an verpflichtenden Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen. "Die aktuelle PISA-Studie bestätigt uns darin, wie wichtig solche Unterstützungsprogramme sind", betont Rupprecht. "Darüber hinaus werden wir uns verstärkt fragen müssen, wie wir die Lehrkräfte künftig noch besser unterstützen und motivieren können."
Die PISA-Studien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untersuchen im Drei-Jahres-Abstand die Kenntnisse 15-jähriger Schüler in Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften und Problemlösen. Bei der heute vorgestellten Folgestudie mit dem Namen "Pisa-I-Plus" wurden Klassen untersucht, die bereits an der Pisa-Hauptstudie im Frühjahr 2004 teilgenommen hatten. Dabei wurde die Lernentwicklung der Schüler binnen eines Jahres untersucht. Das Ergebnis: Schüler der Mittelstufe haben offenbar größere Schwierigkeiten in Mathematik und Naturwissenschaften. Nur 60 Prozent der Schüler in Klasse 10 konnten ihre Leistungen binnen eines Jahres steigern, 32 Prozent stagnierten, acht Prozent zeigten schwächere Ergebnisse. In den naturwissenschaftlichen Fächern schnitten die Schüler noch schlechter ab. Nur 44 Prozent der Schüler konnten hier ihre Kenntnisse im Verlauf des Schuljahres verbessern, 37 Prozent stagnierten, 19 Prozent zeigten schwächere Ergebnisse als im Vorjahr. Die PISA-Folgestudie belegt auch, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen gutem Unterricht und guten Ergebnissen der Schülerinnen und Schüler gibt.
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