Schleswig-Holstein

"Neuer Schwung in der Begabtenförderung": Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug zeichnet Kompetenzzentren aus

"Die Begabtenförderung in Schleswig-Holstein hat neuen Schwung aufgenommen", sagte heute (17. Juni) Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug. Der Minister hat elf Schulen als "Kompetenzzentren für Begabtenförderung Sekundarstufe I und II" zertifiziert und zeichnete sie damit für ihre Arbeit aus.

20.06.2011 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

"Sie entwickeln Ihre Schulen weiter, und davon werden andere Schulen profitieren", sagte der Minister in Kiel. Der Bildungsminister betonte, die Begabtenförderung sei ein bildungspolitischer Schwerpunkt der Landesregierung. Es stünden dafür zusätzliche Mittel in diesem und im kommenden Jahr zur Verfügung. "Daran können Sie den Stellenwert erkennen, denn insgesamt muss im Landesetat gespart werden", sagte Klug.

Insgesamt hatten sich 40 Schulen für das Projekt "Kompetenzzentrum Begabtenförderung" beworben. Ausgewählt wurden elf weiterführende Schulen. Sie bilden ein Netzwerk, das unterschiedliche Wege zur Begabtenförderung ausprobiert und langfristig Transfereffekte für andere Schulen ermöglicht. Ein besonderer Baustein dieses Projektes sind die Schülerpaten. Diese hochbegabten Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren geben ihre eigenen Erfahrungen an die Kinder aus den Jahrgängen 5, 6 und 7 weiter. Sie werden in unterschiedlichen Modulen - zum Beispiel "Hochbegabt sein - Lust oder Last" - qualifiziert und sind in die schulische Arbeitsgruppe eingebunden, die das Konzept zur Begabtenförderung entwickelt.

Die elf Schulen haben vom Bildungsministerium 5.000 Euro plus 1000 € für die Schülerpaten erhalten, zusätzliche Qualifizierungsangebote für Lehrkräfte sowie eine Schatzkiste mit Literatur und Unterrichtsmaterial im Wert von etwa 1.000 Euro. Die Kompetenzzentren stecken zudem viele Stunden in die Entwicklungsarbeit ihrer Konzepte und setzen eigene Schwerpunkte, die den Anforderungen vor Ort entsprechen.

"Eigenverantwortung der Schulen statt zentrale Vorgaben - das ist unser Weg", betonte der Bildungsminister. Die Landesregierung übernehme bewusst die Rolle des Förderers, Beraters und Begleiters. Dazu gehörten Qualifizierungsangebote und vor allem die Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern. "Wir wollen eine Begabtenförderung, die sich den Schülerinnen und Schülern anpasst, nicht eine, der sie sich anpassen müssen", sagte Klug und bedankte sich beim Kooperationspartner, der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK).

"Wir verstehen Begabtenförderung als gezielte Arbeit mit den Stärken eines Kindes", sagte der Minister. "Erkennen, ermutigen, ermöglichen" laute das Motto für die neue Begabtenförderung in Schleswig-Holstein. Die drei Säulen seien Beratung, die Förderung in Kindertageseinrichtungen und in der Schule sowie die Förderung außerhalb des Unterrichts. Weil die meisten Kompetenzzentren für Begabtenförderung zugleich Enrichment-Stützpunktschulen mit außerschulischen Lernangeboten seien, gelinge hier eine sehr gute Verzahnung, sagte der Minister. Er wies darauf hin, dass es inzwischen neun derartige Verbünde gebe, an dem sich in diesem Jahr 2000 Schülerinnen und Schüler beteiligten. 56 Schulen böten als Stützpunktschulen Lernstoff als gute Ergänzung zum Schulunterricht an.

Neue Wege auch in der frühkindlichen Begabtenförderung: Das Bildungsministerium lege hier den Schwerpunkt auf den Übergang von der Kita in die Grundschule. "Wir wollen die besonderen Fähigkeiten der Kinder im Blick behalten, auch wenn die Bezugspersonen wechseln", sagte Klug. Auch in diesem Bereich bildeten sich Kompetenzzentren, in denen Kitas und Grundschulen zusammenarbeiteten.

"Es gibt Neues an vielen Stellen, das Land ist innovativ", sagte der Minister. Und dafür, dass gute Ideen aus Schleswig-Holstein auch anderswo Schule machen, werde das Projekt "Schule inklusive Begabtenförderung" (SHiB) gestartet: Ab dem kommenden Schuljahr könnten 30 Schulen über dieses Programm ein Prädikat erwerben, und allen Schulen stehe es offen, gute Konzepte der Begabtenförderung zu übernehmen. Die Kompetenzzentren hätten als Beispielgeber eine wichtige Rolle. "Mit der Begabtenförderung in Schleswig-Holstein sorgen wir dafür, dass unsere Schülerinnen und Schüler ihr Potenzial besser ausschöpfen können", sagte Bildungsminister Klug.

Folgende Schulen erhielten Zertifikate als "Kompetenzzentren für Begabtenförderung Sekundarstufe I und II": Anne-Frank-Schule, Bargteheide (Kreis Stormarn), Coppernicus-Gymnasium, Norderstedt (Kreis Segeberg), Domschule, Schleswig, Elsa-Brändström-Schule, Elmshorn (Kreis Pinneberg), Goethe-Schule, Flensburg, Herderschule, Rendsburg, Max-Planck-Schule, Kiel, Peter-Ustinov-Schule, Eckernförde, Sachsenwaldschule, Reinbek (Kreis Stormarn), Werner-Heisenberg-Gymnasium, Heide (Kreis Dithmarschen), Elsensee-Gymnasium, Quickborn (Kreis Pinneberg).


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