Missbrauchsskandal

Reformpädagogen auf zynischen Abwegen

30.08.2011 Artikel

Über die Aufarbeitung des systematischen Missbrauchs an der Odenwaldschule sprach Christian Füller für SPIEGEL-Online mit Salman Ansari. Nach mehr als drei Jahrzehnten an der Odenwaldschule hat der promovierte Chemiker am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel an der Entwicklung von Unterrichtsmodellen und professionalisiertem Lehrerhandeln mitgearbeitet, war Mitarbeiter und Leiter von Projekten der Bund-Länder-Kommission und ist derzeit Dozent in der Lehrerweiterbildung und Autor. Ansari sieht die "Crème de la Crème der Reformpädagogik und Alternativschulen", die sich im Oktober zum Bregenzer Kongress des "Archivs der Zukunft" einfindet, in einer ganz besonderen Pflicht, weil deren oberster Grundsatz laute: Das Kind und seine Unversehrtheit stehen im Mittelpunkt. In ihrer Vorzeigeeinrichtung Odenwaldschule seien aber Kinder schwer beschädigt worden. Der Beitrag des Kongresses zur Aufklärung "kann jedenfalls nicht darin liegen, dass die wichtigsten pädagogischen Reformer ein Jahr nach der Enthüllung des Missbrauchs über Theater und Kochen parlieren. So ist es in Bregenz geplant. Ich halte das für zynisch."

www.spiegel.de


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden