Modellversuch

Schülerinnen und Schüler, die am Modellversuch KOMPASS teilnehmen, sind interessierter, motivierter und selbstbewusster

Schülerinnen und Schüler profitieren vom Modellversuch KOMPASS (Kompetenz aus Stärke und Selbstbewusstsein). Seine Konzepte und Maßnahmen fördern nachhaltig die Stärken der Jugendlichen. Bereits nach einer Laufzeit von zweieinhalb Jahren konnten beeindruckende Ergebnisse an den zwölf beteiligten oberbayerischen Realschulen erzielt werden.

14.06.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Diese wurden heute vom Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Bildungspakt, Staatssekretär Dr. Marcel Huber, und Professorin Dr. Annette Scheunpflug im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus in München vorgestellt. Die Pädagogikprofessorin Scheunpflug begleitet den Modellversuch KOMPASS wissenschaftlich.

Neben ihnen nahmen Helmut Lind, Vorstandsvorsitzender der Sparda Bank München eG und Hauptpartner des Schulversuchs, der Geschäftsführer der Stiftung Bildungspakt, Boris Hackl, sowie ein Schulleiter einer KOMPASS-Schule, Ernst Fischer, an der Pressekonferenz teil.

In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Kultusministerium hat die Stiftung Bildungspakt Bayern vor gut zwei Jahren ein Projekt ins Leben gerufen, das in Bayern bislang einzigartig ist: den Modellversuch KOMPASS. Die Schulen haben jeweils eigene passgenaue Konzepte entwickelt mit dem Ziel, die individuellen Stärken der Schüler zu fördern und ihre Potenziale zu entfalten.

Die Sparda-Bank ist Hauptpartner in diesem Projekt und engagiert sich darüber hinaus schon seit Jahren im Bereich der Bildungsförderung.

Obwohl der Modellversuch noch nicht abgeschlossen ist, lassen sich schon jetzt statistisch signifikante Effekte feststellen:

  1. Die KOMPASS-Konzepte zur Stärkenförderung erleichtern den Übergang von der Grundschule in die Eingangsklasse der Realschule und legen ein günstiges Fundament für die weitere Schulzeit. Durch den dem Modellversuch zugrunde liegenden Ansatz "Stärken stärken" schätzen die Schülerinnen und Schüler ihre Selbstwirksamkeit höher ein: d. h. sie sind überzeugter als der Durchschnitt vergleichbarer Schüler, dass sie die eigenen Kompetenzen durch Lernaktivitäten verbessern können. "Dies ist eine wichtige Einstellung, um Leistungspotenzial in Lernzuwächse umsetzen zu können", so Frau Prof. Scheunpflug.

  2. Auch für die weiterführenden Klassen 6 bis 10 sind erfreuliche Ent- wicklungen zu verzeichnen. So zeigt die Zwischenevaluation: Das in der Pubertät natürliche Abflauen des Selbstvertrauens und der Moti- vation kann durch die KOMPASS-Maßnahmen zum Teil aufgefangen werden. Kurzum: KOMPASS trägt zu einer Förderung des Selbstwertgefühls und der Lern- und Leistungsmotivation bei.

  3. KOMPASS fördert Sozialkompetenzen wie beispielsweise Teamfähigkeit: Schülerinnen und Schüler der KOMPASS-Klassen stehen kooperativen Lernformen im Durchschnitt positiver gegenüber als Schülerinnen und Schüler anderer Schulen. Kooperative Lernformen werden als eine wichtige Voraussetzung für die spätere berufliche Teamfähigkeit an- gesehen.

  4. Speziell bei Schülerinnen und Schülern der 8. bis 10. Jahrgangsstufe konnte ein größeres Interesse an schulischen Lerninhalten in den evaluierten Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik nachgewiesen werden, die auf die durchgeführten KOMPASS-Maßnahmen zurückzuführen sind.

Die positivere Grundeinstellung gegenüber Schule und Leistung, das größere Interesse am Schulstoff, die höhere Motivation und das stärkere Selbstvertrauen in die eigenen Kompetenzen sind, darin sind sich Pädagogen und Wissenschaftler einig, zentrale Faktoren für eine gelungene Persönlichkeitsentwicklung sowie für Erfolg in Schule und Arbeitswelt. "Es lohnt sich, auf die Stärken der Schülerinnen und Schüler zu setzen, denn diese werden dadurch aktivere und lösungsorientierte Lerner!", so das Fazit der Hochschullehrerin Scheunpflug.

Kultusstaatssekretär Huber zeigt sich mit den Ergebnissen der Zwischenevaluation sehr zufrieden. Er begrüßt eine stärkenorientierte Lehr- und Lernkultur als einen entscheidenden Schlüssel zur Verbesserung des Schulklimas, zu einer positiven Persönlichkeitsentwicklung und zur Steigerung der Lern- und Leistungsmotivation. "Wir werden das letzte Schuljahr des Modellversuchs dazu nutzen, ein Konzept zur stufenweisen Verankerung erfolgreicher KOMPASS-Maßnahmen in der Fläche zu erarbeiten, um die positiven Effekte in die Breite zu tragen."


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