Schulbeginn in Schleswig-Holstein - Zahlen, Daten und Fakten zum Schuljahr 2009/10

Mit Schultüte und Ranzen starten kommende Woche die Erstklässler in ihren Schulalltag. Landesweit werden zum Schuljahr 2009/10 wie im Vorjahr rund 25.600 Mädchen und Jungen eingeschult. Die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler an den öffentlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen des Landes Schleswig-Holstein liegt voraussichtlich bei rund 403.600 und damit rund 7.900 oder 2 Prozent niedriger als 2008/09.

27.08.2009 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Der Trend abnehmender Schülerzahlen an den öffentlichen allgemein bildenden Schulen setzt sich fort. Im neuen Schuljahr werden rund 310.000 Schülerinnen und Schüler erwartet - das sind rund 7.200 oder 2 Prozent weniger als 2008/09. Aufgeschlüsselt nach Schularten zeigt sich folgende Situation:
Die Zahl der Grundschülerinnen und -schüler sinkt dieses Jahr um rund 3 Prozent auf knapp 107.000. An den Hauptschulen des Landes werden im kommenden Schuljahr rund 20.100 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, knapp 29 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch an den Realschulen sinkt die Zahl der Kinder und Jugendlichen - um rund 15 Prozent auf rund 47.700. Die deutlichen Rückgänge erklären sich vor allem aus der Umwandlung zu Regionalschulen und Gemeinschaftsschulen.

Es starten weitere 39 Gemeinschaftsschulen, so dass die Gesamtzahl auf 94 Schulen mit knapp 14.800 Schülerinnen und Schülern (2008/09: rund 6.000) steigt. Ebenso starten weitere 22 Regionalschulen - so dass in den nun 55 Regionalschulen rund 5.500 Schülerinnen und Schüler angemeldet worden sind (2008/09: 2.116). Mit dem Start des neuen Schuljahres sind etwa zwei Drittel (234) der ursprünglichen Hauptschulen und Realschulen in Regionalschulen oder Gemeinschaftsschulen umgewandelt. Für die 118 verbliebenen Hauptschul- und Realschulangebote müssen die Träger bis zum 30. November 2009 entscheiden, in welche Schulart sie zum Schuljahr 2010/11 umgewandelt werden sollen.

An den Gymnasien des Landes wird ein weiterer Anstieg der Schülerzahlen auf insgesamt knapp 85.600 erwartet. Das ist 1 Prozent mehr als 2008/09. An den Gesamtschulen werden rund 20.500 Kinder erwartet, also in etwa die gleiche Anzahl wie im Vorjahr (2008/09: 20.000).

Bedingt durch die zunehmende integrative Beschulung sinkt die Schülerzahl an den Förderzentren im neuen Schuljahr leicht um etwa 100 auf rund 8.700 Kinder und Jugendliche.

An den berufsbildenden Schulen im Lande werden 2009/10 voraussichtlich 93.600 junge Menschen unterrichtet. Das entspricht einem leichten Rückgang von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Personal

Zur Sicherung der Unterrichtsversorgung werden auch im neuen Schuljahr alle frei werdenden Stellen an den Schulen des Landes wieder besetzt. Hinzu kommen 709 neue Stellen. Insgesamt wurden bisher 1.801 junge Lehrerinnen und Lehrer in Schleswig-Holstein zum neuen Schuljahr eingestellt (2008/09: 1.674). 932 bekommen befristete Verträge (2008/09: 1.041), vorwiegend als Mutterschutz- oder Elternzeitvertretung, mit der Perspektive für einen unbefristeten Vertrag. Für die Einstellung in den Schuldienst lagen insgesamt 2.174 Bewerbungen vor, davon 1.283 aus Schleswig-Holstein. Gegenüber dem Vorjahr waren das 410 Bewerbungen weniger.
Eingestellt wurden 25 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, davon 15 an Gymnasien, überwiegend in der Fächerkombination Physik/Mathematik, 6 an beruflichen Schulen, 3 an Gesamtschulen und eine im Grund- und Hauptschulbereich.

Nachwuchs

Zum neuen Schuljahr waren 761 Anwärterstellen (2008: 584) zu besetzen. Darauf haben sich 1.457 (2008: 1.355) Nachwuchskräfte beworben, 744 davon kamen aus Schleswig-Holstein, 713 aus anderen Bundesländern. Darüber hinaus haben sich 386 Bewerberinnen und Bewerber unvollständig oder verspätet beworben, davon 242 aus Schleswig-Holstein und 144 aus anderen Ländern. Die Quote der Bewerberinnen und Bewerber aus Schleswig-Holstein liegt insgesamt bei 54 Prozent - der Anteil der Bewerbungen von auswärtigen Nachwuchskräften ist mit 78 Prozent im Berufsschulbereich am höchsten. Es folgen der Gymnasialbereich (65 Prozent), Sonderschulbereich und der Grund- und Hauptschulbereich (50 Prozent) sowie der Realschulbereich (28 Prozent).
Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sind zum neuen Schuljahr ausschließlich an den berufsbildenden Schulen eingestellt worden. Insgesamt werden 18 Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger (2008: 2) in den Fachrichtungen Agrarwirtschaft, Sozialpädagogik, Metalltechnik, Informatik sowie Labor- und Prozesstechnik ausgebildet.

Ganztagsschulen

408 Schulen haben sich in den vergangenen Jahren zu Offenen Ganztagsschulen entwickelt (Betriebskostenförderung durch das Land im Schuljahr 2009/10: 4,7 Mio. Euro). Neben den bereits bestehenden 24 gebundenen Ganztagsschulen gibt es ab dem neuen Schuljahr drei weitere Schulen in gebundener Form. Damit verfügt inzwischen fast die Hälfte aller öffentlichen allgemein bildenden Schulen über ein Ganztagsangebot. Mit der Einführung der neuen Gemeinschaftsschulen und Regionalschulen ist ein weiterer Ausbau des Ganztagsbetriebes zu erwarten.

Zur Entwicklung neuer gebundener Ganztagsschulen - in sozialen Brennpunkten und an Schulstandorten mit hoher Migrationsquote - stehen ab dem neuen Schuljahr 100 zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung. Zum Schuljahr 2010/11 können voraussichtlich 20 weitere Schulen in gebundener Form starten. Neue gebundene Ganztagsschulen haben einen Rahmen von 37 Zeitstunden pro Woche.

Erstmalig ab dem Schuljahr 2009/10 wird an 75 der insgesamt 100 Gymnasien eine pädagogische Mittagsbetreuung in den G8 (Abitur nach acht Jahren)-Jahrgängen gefördert. Die Förderung umfasst für das Schuljahr 2009/10 insgesamt rund 340.000 Euro.


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