Schulen werden weiter entlastet - zusätzliche Ausgleichsstunden und Fortbildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer

Um die Schulen bei der Umsetzung der Schulreformen in Schleswig-Holstein zusätzlich zu unterstützen, setzt das Bildungsministerium weitere Fortbildungs- und Entlastungsangebote für Lehrkräfte um. Das kündigte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (22. April) in Kiel an: "In unseren Schulen vollzieht sich derzeit ein tiefgreifender Wandel. Die Kollegien arbeiten mit hohem Engagement am Umbau der Schullandschaft und an der Weiterentwicklung Ihrer Schulen. Sie haben über den Unterricht hinaus viel Neues zu bewältigen, dem sie sich mit einem bewundernswerten Einsatz widmen."

22.04.2009 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Auch um für diese Aufgaben zusätzliche Freiräume zu schaffen, seien im Doppelhaushalt 2009/10 mehr als 1.100 zusätzliche Lehrerstellen über alle Schularten hinweg eingeplant. "Die meisten davon kommen den Schulen noch im laufenden Jahr zugute, einige dieser Stellen sind bereits besetzt worden", so Erdsiek-Rave weiter. "Das wird die Unterrichtssituation weiter entspannen."

Darüber hinaus seien nach mehreren Gesprächen mit der Lehrergewerkschaft GEW und den Lehrerverbänden weitere Verbesserungen vorgesehen:

  • Allen Lehrkräften, die an längerfristigen Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, wird vom nächsten Schuljahr an eine Stundenentlastung von zwei Lehrerwochenstunden gewährt. Der daraus entstehende Vertretungsunterricht an den Schulen kann aus Mitteln der Initiative "Jede Stunde zählt" finanziert werden.

  • Die 2008 eingeführten beiden Schulentwicklungstage pro Schuljahr stehen jeder Schule auch im Schuljahr 2010/11 zur Verfügung. Das Bildungsministerium setzt sich dafür ein, dass diese über die laufende Legislaturperiode hinaus bis zum Abschluss des Reformprozesses im Schuljahr 2015/16 zur Verfügung stehen werden.

  • Lehrerinnen und Lehrer, die im Frühjahr 2009 die schriftlichen Arbeiten im Zuge der zentralen Prüfungen zu den Realschul- und den Hauptschulabschlüssen korrigiert haben, erhalten einmalig einen Korrekturtag, um den Mehraufwand durch den verpflichtenden Probelauf auszugleichen. Falls es auch im kommenden Schuljahr eine verpflichtende Probearbeit gibt, ist ebenfalls ein Korrekturtag vorgesehen.

  • Es wird eine Evaluation der Hauptschul-Abschlussprüfungen an Gesamtschulen und der Realschul-Abschlussprüfungen an Gymnasien geben, auch um durch daraus abzuleitende Veränderungen Lehrerinnen und Lehrer weiter zu entlasten.

  • Fortbildungsveranstaltungen für Schulleiterinnen und Schulleiter sollen statt am Wochenende vermehrt am Freitag angeboten werden, da sie an diesem Wochentag ohnehin nicht im Unterricht eingeplant sind.

  • Das Aus- und Fortbildungsinstitut IQSH erhält die Möglichkeit insgesamt mehr ganztägige Lehrerfortbildungen anzubieten, unter anderem wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besonders lange Anfahrtswege haben.

  • Das IQSH erstellt thematische Handreichungen zur Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen, in Arbeit sind unter anderm eine Handreichung zu Zeugnisformularen, zu Kompetenzrastern und für den Bereich Naturwissenschaften.

  • Die kostenfreien Supervisionsangebote des IQSH werden ausgeweitet.

  • Darüber hinaus werden das Bildungsministerium, die GEW und die Lehrerverbände eine gemeinsame Arbeitsgruppe zum Thema "IQSH-Veranstaltungen zur Vermeidung der Dienstunfähigkeit" einrichten.

Die Ministerin betonte, dass diese Maßnahmen sinnvolle Ergänzungen des bestehenden Unterstützungskonzeptes im Zuge der Schulreformen seien. Sie wies darauf hin, dass die Schulen bereits seit Beginn der Reformprozesse auf umfangreiche Fortbildungen, Orientierungshilfen und häufig auch zusätzliche Lehrerstunden zurückgreifen könnten.

Die zwei Schulentwicklungstage ermöglichten den Lehrerkollegien beispielsweise, sich intensiv mit der Eingangsphase in der Grundschule, pädagogischen Konzepten an den Gemeinschaftsschulen und Regionalschulen oder die Weiterentwicklung der beruflichen Schulen zu Regionalen Berufsbildungszentren zu beschäftigen. "Auch die Angebote zur Lehrerfortbildung außerhalb der Unterrichtszeiten am Nachmittag und an den Wochenenden werden sehr gut angenommen. Das Interesse der Lehrerinnen und Lehrer ist groß. Die Teilnehmerzahlen sind in den vergangenen Jahren stetig gewachsen." Leitlinie müsse bleiben, dass Unterrichtsausfall durch Fortbildung weitestgehend vermieden wird.


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