"Wir wollen Lehrkräfte beraten und ihnen helfen"

Mit Hilfe von Fortbildungsmaßnahmen und Beratung will das Bayerische Kultusministerium die Gesundheit der Lehrkräfte stärker als bisher fördern. "Wir wollen damit den Lehrkräften ein wirkungsvolles Angebot unterbreiten, damit sie auch in schwierigen Situationen in der Schule und im Unterricht ihrer Aufgabe gut nachkommen können", so Kultusminister Siegfried Schneider. "Wir wollen sie professionell beraten und ihnen helfen", deutet er auf die Zielrichtung des Maßnahmenpakets.

12.07.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Das Gesamtkonzept richtet sich sowohl präventiv an Lehrkräfte, die Sorge haben, in starke psychische Belastungssituationen zu geraten, wie auch unterstützend und intervenierend an Lehrerinnen und Lehrer, die psychisch Leid empfinden. Auch in die Ausbildung künftiger Lehrer, in das Studium der Pädagogik, wird die Problematik aufgenommen.

Zum kommenden Schuljahr wird in jedem Schulberatungszentrum eine Lehrkraft als Ansprechpartner für die Gesundheit von Lehrkräften ernannt und entsprechende Anrechnungsstunden zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wird die Bayerische Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen vielfältige Fortbildungsangebote offerieren, etwa Stressmanagement, Gesprächsführung in schwierigen Situation, Trainings zur Konfliktlösung und Entspannungstechniken. Damit wird ein eigenes Referat in der Akademie beauftragt. Das Kultusministerium stellt die dazu nötigen Stunden zur Verfügung.

Hilfe und Tipps in schwieriger Situation für Lehrkräfte aller Schularten sollen vor allem die nun ernannten Ansprechpartner in den neun Schulberatungsstellen geben, etwa durch Supervision, Fallbesprechung, Coaching von Schulleitern.

Zusätzlich informieren die Schulberatungsstellen weitere Therapien von Kliniken sowie Bildungs- und Beratungsangebote von Fachverbänden. Über die Angebote zur Lehrergesundheit werden die Fortbildungsdatenbank FIBS fortbildung.schule.bayern.de und die Homepage der Schulberatungsstellen informieren.

Das Bayerische Kultusministerium hatte Studien zur Belastung von Lehrkräften ernst genommen. Diese hatten darauf hingewiesen, dass zahlreiche Lehrkräfte aufgrund hoher psychischer Beanspruchung vorzeitig pensioniert worden waren.

In den drei Modellregionen Mittelfranken, Niederbayern und Oberpfalz hatte das Kultusministerium Erfahrungen von Lehrkräften mit ihrer Belastungssituation erhoben und sie dabei unterstützt, diese zu bewältigen. Rund 4000 Lehrkräften hatten an dem Modellversuch, der im Schuljahr 2002/2003 gestartet worden war, teilgenommen.


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