Zufrieden mit überzeugendem Konzept des Hessischen Kultusministeriums
Professor Dr. Joachim Schroeder und Diplom Pädagoge Marc Thielen von der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universität haben heute im Hessischen Kultusministerium erste Ergebnisse der Evaluation von SchuB-Klassen in Hessen vorgestellt. Die positiven Resultate des Projekts Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb (SchuB) haben alle acht untersuchten Schulen dazu veranlasst, das Konzept fortzuführen. Über 90 Prozent der Jugendlichen aus diesen SchuB-Klassen haben ihren Hauptschulabschluss erworben.
26.03.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenUntersucht wurden im Schuljahr 2004/2005 eingeführte SchuB-Klassen mit 104 Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren an sechs Hauptschulen, einer Förderschule und einer Integrierten Gesamtschule. Davon haben 89 Jugendliche dank SchuB den Hauptschulabschluss erworben, 34 sogar den qualifizierenden Hauptschulabschluss mit Englisch. Mädchen haben nach Erkenntnissen der Frankfurter Forscher tendenziell bessere Abschlüsse erworben, vor allem haben junge Frauen mit Migrationshintergrund schulisch sehr gut abschnitten. Ebenfalls erfreulich hätten sich auch die Jugendlichen mit sonderpädagogischen Förderbedarf entwickelt.
Dass nahezu die Hälfe der Jugendlichen nach der SchuB-Maßnahme mit einer Ausbildung begonnen hat, einige auch einen Job gefunden haben, werten die Referenten als Erfolg. Die Übrigen absolvieren mehrheitlich berufsvorbereitende Maßnahmen oder besuchen weiterführende Schulen. Trotz guter schulischer Leistungen schnitten Migranten beim Übergang in eine Ausbildung bedauerlicherweise schlechter ab als ihre deutschen Altersgenossen. Nach dem ersten Durchgang hätten sich alle Pilotschulen für das Fortführen des Konzepts entschlossen. In den meisten Einrichtungen hat bereits der dritte Zyklus begonnen. Etliche Schulen haben zudem eine zweite SchuB-Klasse im selben Jahrgang eingerichtet. Zwei der Hauptschulen möchten, das Konzept bereits als Regelform auf alle Klassen acht und neun übertragen. Dies zeuge von einem hohen Grad an Zufriedenheit. SchuB habe in der praktischen Erprobung als tragfähiges Konzept überzeugt, so Professor Dr. Joachim Schroeder und Marc Thielen.
Aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen der acht Pilotschulen, sind dort unterschiedliche Organisationsmodelle erarbeitet worden. Vielfältige SchuB-Profile seien sowohl hinsichtlich der Praxistage, der Anzahl und Dauer der Berufsfelder, der curricularen und methodischen Ausgestaltung, der Personalstruktur entstanden, sagten die Experten von der Frankfurter Uni.
Zielgruppe des Konzepts sind Schülerinnen und Schüler, die aufgrund erheblicher Lern- und Leistungsrückstände in Regelklassen den Hauptschulabschluss voraussichtlich nicht erreichen können. Landesweit eingeführt wurden die SchuB-Klassen 2004, um Schülerinnen und Schülern zum Hauptschulabschluss zu verhelfen, zumindest aber ihre Berufs- und Ausbildungsfähigkeit zu erhöhen.
Das Resümee der beteiligten Betriebe fiel überwiegend positiv aus: Vor allem mit Langzeitpraktika verbundene Erwartungen, die Jugendlichen durch praktische Betriebserfahrungen zu motivieren, sei bei rund zwei Drittel der untersuchten Schülerinnen und Schüler erreicht worden, analysierten Professor Dr. Joachim Schroeder und Marc Thielen. Ebenfalls erfreulich für das Projekt war die ausreichende Anzahl akquirierter Betriebe überwiegend aus Mittelstand, Handwerk und dem Dienstleistungssektor von denen viele erstmalig benachteiligte Jugendliche in ein Praktikum aufgenommen haben. Die Wissenschaftler erläuterten, dass sich einige Betriebe genauere Vorabinformationen zu Leistungsstand und Persönlichkeit der Jugendlichen wünschen, um besser mit ihnen umgehen zu können.
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