2008 ist das Jahr der Beruflichen Bildung

Mit landesweit mehr als 70 Wettbewerben, Diskussionsrunden, Informationstagen und anderen Veranstaltungen wird das Jahr der Beruflichen Bildung 2008 mit Leben erfüllt. "Es ist wichtiger, dass junge Menschen eine gute Qualifikation, eine berufliche Perspektive und damit auch die Chance auf ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben erhalten. Die positive Rolle der Beruflichen Schulen wird in diesem Zusammenhang in der Öffentlichkeit meist zu wenig wahrgenommen", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (8. Februar) bei der Auftaktpressekonferenz auf der Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel. "Um die Leistungen der beruflichen Bildung zu würdigen und über ihre vielfältigen Möglichkeiten zu informieren, haben wir 2008 zum Jahr der Beruflichen Bildung auserkoren."

11.02.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Nach Worten der Ministerin wissen viele Jugendliche, aber auch Eltern gar nicht, allein welche Schulabschlüsse die Beruflichen Schulen über die duale Ausbildung hinaus anbieten. "Ich hoffe, dass möglichst viele junge Menschen die Angebote das Jahr der Beruflichen Bildung als Chance nutzen, sich zu informieren und sich Gedanken über ihre berufliche Zukunft zu machen", sagte sie. Fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler an Berufsbildenden Schulen erwirbt einen höherwertigen allgemein bildenden Abschluss. 23 Prozent derjenigen, die in Schleswig-Holstein das Abitur erwerben, kommen von Beruflichen Gymnasien. Bei der Fachhochschulreife sind es sogar 89 Prozent, die über die Fachoberschulen und Berufsfachschulen die Studierfähigkeit erwerben. "Hier herrscht bereits ein hohes Maß an Durchlässigkeit, also genau das, was wir mit der Schulreform im allgemein bildenden Bereich und dem gemeinsamen Lernen an Regional- und Gemeinschaftsschulen erreichen wollen"; sagte Erdsiek-Rave. "Häufig in enger Kooperation mit der regionalen Wirtschaft machen die Beruflichen Schulen ihre Schülerinnen und Schüler fit für die Arbeitwelt".

Das Jahr der Beruflichen Bildung gebe den insgesamt 39 Schulen die Möglichkeit, sich in Zusammenarbeit mit ihren Partnern und dem Bildungsministerium einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Palette reiche von Tagen der offenen Tür an den Schulen über Präsentationen auf dem Schleswig-Holstein Tag in Neumünster bis hin zu Leistungswettbewerben einzelner Berufsgruppen. Ein Veranstaltungskalender mit den jeweiligen Orten und Ansprechpartnern ist im Internet unter www.bildung.schleswig-holstein.de/ abrufbar (s. Anlage).

Wie stark sich die Beruflichen Schulen mit ihrem Aktionsjahr identifizieren, werde aber nicht nur aus der Fülle der Veranstaltungen deutlich. "Allein unserer Aufforderung, ein Logo und ein Motto für das Jahr der Beruflichen Bildung zu entwerfen, sind mehr als 400 Schülerinnen und Schüler gefolgt. Sie haben viele tolle Ideen entwickelt, so dass wir aus über 120 Vorschlägen auswählen konnten", sagte Erdsiek-Rave. Das Gewinner-Logo wird sich als Wiedererkennungsmerkmal auf Veröffentlichungen und Veranstaltungen wiederfinden. Viele der eingesandten Entwürfe werden auch Teil einer Ausstellung im Landeshaus sein, welche die Ministerin am 26. Februar eröffnet.

Ein besonderer Schwerpunkt des Jahres der Beruflichen Bildung gilt dem Übergang von der Schule in den Beruf. "Hier wollen wir besonders die Zusammenarbeit zwischen den Allgemein bildenden Schulen und den Beruflichen Schulen verbessern und zum Beispiel durch Kooperationsvereinbarungen institutionalisieren", so Erdsiek-Rave. Dazu gehörten unter anderem ein Lehrkräfteaustausch zwischen den Schulen, gemeinsame Informationsveranstaltungen oder dass die Werkstätten der Beruflichen Schule der Partnerschule zur Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler offen stünden. Zudem könnten Referendarinnen und Referendare an schulübergreifenden Modulen teilnehmen, in denen über alle Bildungsangebote informiert wird.

Als weiteren Schwerpunkt nannte die Ministerin die Verkürzung von Ausbildungszeiten, damit junge Menschen möglichst rasch einen Beruf ergreifen können. "Das heißt, dass unnötige Wiederholungen und Umwege vermieden und Qualifikationen der schulischen und der betrieblichen Bildung besser aufeinander angerechnet werden können", erklärte sie. Auch in diesem Bereich gibt es bereits konkrete Projekte. So können in Schleswig Berufsfachschule und Praktikum so kombiniert werden, dass eine Zulassung zur Kammerprüfung bereits nach zweieinhalb statt nach drei Jahren möglich ist. "Neben der Zeitersparnis bedeutet das gleichzeitig einen Motivationsschub für die Schülerinnen und Schüler ebenso wie für die Betriebe."

Im Anschluss besuchte die Ministerin die HDW-Lehrwerkstätten und sprach mit Auszubildenden. HDW bildet 150 Jugendliche in acht gewerblich-technischen und zwei kaufmännischen Berufen aus. Daneben bietet das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Nordakademie und der Fachhochschule Kiel im dualen System ein industriebegleitetes Studium in fünf Fachrichtungen an, bei dem zurzeit sechs Studenten den Praxisteil auf der Werft absolvieren. Aufgrund des Fachkräftemangels hat HDW die Zahl der Ausbildungsstellen schwerpunktmäßig im Bereich des industriebegleiteten Studiums in diesem und im letzten Jahr um jeweils 10 Prozent erhöht. Besonderen Wert legt die Werft außerdem auf das Engagement in der Einstiegsqualifizierung für Jugendliche, die aufgrund ihrer schulischen Leistungen und/oder ihres bisherigen Lebenswegs kaum Aussicht haben, im regulären Auswahlverfahren um eine Ausbildungsstelle berücksichtigt zu werden.


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