Schleswig-Holstein

"Bündnis für Ausbildung" – Trendwende auf dem Ausbildungsmarkt

Auf dem Ausbildungsmarkt zeichnet sich eine Trendwende ab. Erstmals seit Jahren gibt es in diesem Jahr mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. In Schleswig-Holstein werden eine weitgehend stabile Ausbildungsbereitschaft und rückläufige Bewerberzahlen den Wettbewerb um gute Azubis weiter anfachen. Gleichwohl suchen viele Jugendliche intensiv nach einem Ausbildungsplatz. "Den Schülerinnen und Schülern rate ich: Suchen Sie sich rechtzeitig mehrere Berufe aus, für die Sie sich interessieren. Berücksichtigen Sie das breite Spektrum mit auch vom ursprünglichen Wunschberuf abweichenden Ausbildungsangeboten", so Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug.

15.06.2010 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Die Landesregierung hat heute (14. Juni) bei der Firma IBAK Helmut Hunger GmbH & Co. KG in Kiel gemeinsam mit Wirtschaftsverbänden, Kammern, Gewerkschaften, Arbeitsverwaltung und den Kommunen mit der Unterzeichnung der "Vereinbarungen 2010 zum Bündnis für Ausbildung" die enge Zusammenarbeit zwischen allen Partnern bekräftigt. "Auch in diesem Jahr verfolgen wir das hochgesteckte Ziel, allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen ein Ausbildungs- oder Qualifizierungsangebot zu unterbreiten", sagte Minister Klug.

Angesichts des positiven Ergebnisses des vergangenen Jahres, in dem trotz Wirtschafts- und Finanzkrise landesweit 21.314 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen werden konnten, soll auch in diesem Jahr das bewährte Konzept des Bündnisses fortgesetzt werden. "Dass die Zahl der Ausbildungsverträge nur um 3,3 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist, verdient Dank und höchste Anerkennung", lobte Klug die Ausbildungsleistung der Betriebe. Die Bündnispartner wollten trotz der kaum abschätzbaren Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise ihre bisherigen Anstrengungen aufrecht erhalten. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung werde man künftig stärker bislang nicht ausreichend genutzte Potenziale von Ausbildungsbewerberinnen und –bewerbern nutzen müssen. "Ferner müssen wir auf die Klagen aus der Wirtschaft, ihren Fachkräftebedarf mangels geeigneter Bewerberinnen und Bewerber, nicht decken zu können, noch stärker reagieren", so Klug. Dazu wurden Maßnahmen im Bündnis vereinbart, die helfen sollen, die Ausbildungs- und Berufsreife zu verbessern, und die präventiv in der Schule ansetzen über die Zusammenarbeit von Schulen und Betrieben oder über das Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt. Beispielhaft genannt seien zum einen das gemeinsam von Wirtschaftsministerium, den IHKs und den Handwerkskammern initiierte Projekt "Regionale Fachberatung Schule und Betrieb", über das nachhaltige Kooperationsvereinbarungen zwischen Schulen und Betrieben geschlossen werden sollen und zum anderen das Projekt "Flexible Übergangsphase – FLEX-Phase" an Hauptschulen in Schleswig-Holstein aus dem Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt. Neben Hauptschülern sind junge Mütter und Jugendliche mit Migrationshintergrund Zielgruppen für die Betriebe. Die Landesregierung fördert die Akquirierung von Ausbildungsplätzen in Migrantenbetrieben und in Teilzeitform. Jugendliche mit Migrationshintergrund und deren Eltern werden von der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein über das Projekt "Ausbildung und Integration für Migranten (AIM)" beraten.

Margarete Böge, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein erklärte: "Die Wirtschaft hat im vergangenen Jahr in einem schwierigen Umfeld die Ausbildungsbereitschaft auf hohem Niveau gehalten. Deshalb gab es definitiv keine Ausbildungskrise. Dafür danke ich allen Ausbildungsbetrieben nochmals." Auch 2010 werde ein gutes Jahr für die jungen Menschen, die eine Ausbildung anstrebten. Dagegen nähmen die Schwierigkeiten für die Unternehmen zu, geeignete Bewerber zu finden. Böge: "Gemeinsam müssen wir daher dafür sorgen, dass alle Jugendlichen "anschlussfähig" werden. Nur so können wir vermeiden, dass Fachkräftemangel unsere wirtschaftliche Entwicklung lähmen und gleichzeitig Schulabgänger ohne Perspektive bleiben. Alle präventiven Ansätze, die die Ausbildungsreife sicherstellen, begrüßen und unterstützen wir deshalb nachdrücklich."

Jürgen Goecke, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, unterstrich: "Der Wettkampf zwischen Bundesländern, Regionen und Branchen um motivierte Ausbildungsplatzbewerber wird sich massiv verstärken." Dies gelte auch für Schleswig-Holstein. Aktuell seien bei den Arbeitsagenturen noch 5.900 unbesetzte Ausbildungsplätze gemeldet, sagte Goecke. "Ich möchte an alle Personalverantwortlichen appellieren: Geben Sie auch schwächeren Schulabsolventen eine Chance. Sie werden häufig auf den zweiten Blick zu ersten Wahl", sagte der Chef der Regionaldirektion. Und: "Wir unterstützen landesweit mit 2.000 Plätzen die Auszubildenden, die Nachhilfeunterricht benötigen - etwa in Deutsch oder Mathematik. Dieses kostenlose Angebot hat noch nicht den Bekanntheitsgrad, den es verdient." Die Jugendlichen, bei denen es bisher nicht mit einem Ausbildungsplatz geklappt habe, forderte Goecke auf, einen Termin mit der Berufsberatung zu vereinbaren. Bei insgesamt 350 Ausbildungsberufen gebe es mit Sicherheit interessante Alternativen zum jeweiligen Wunschberuf.


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