"Demokraten fallen nicht vom Himmel" (Theodor Eschenburg, Politikwissenschaftler)

Die ersten 116 "Demokratieberater" der Bundesrepublik haben ihre dreijährige Qualifizierung am Landesinstitut für Schule und Medien Brandenburg (LISUM Bbg) abgeschlossen.

14.11.2006 Brandenburg Pressemeldung Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg

Der bundesweite Modellversuch der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung "Demokratie lernen & leben" soll helfen, das eigenverantwortliche Handeln bei Schülerinnen und Schülern zu fördern und demokratische Strukturen an Schulen auszubauen. Innerhalb dieses Programms hatte das LISUM die Aufgabe übernommen, die bundesweit einmalige Ausbildung für Beraterinnen und Berater für Demokratiepädagogik zu konzipieren und durchzuführen.

Ausgebildet wurden Lehrkräfte, Sozialpädagogen, Psychologen aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie wurden dadurch befähigt, ihr eigenes Verständnis einer demokratieförderlichen Schule zu reflektieren und eine realistische Vision zu entwickeln, wie Schule noch mehr als bisher zu einem Lern- und Lebensort mit vielfältigen Möglichkeiten zur Verantwortungsübernahme der Jugend gestaltet werden kann. Damit sind sie in der Lage, Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Modellversuch in den 13 beteiligten Bundesländern umzusetzen. "Unsere Abschlussveranstaltung zur Qualifizierung, die am 16. und 17. November im LISUM Bbg in Ludwigsfelde-Struveshof stattfindet, soll den Transfer der Ergebnisse sicherstellen", so Dr. Jan Hofmann, Direktor des Instituts. "Wir werden daher gemeinsam an Themen arbeiten, die die Dimensionen des Qualifizierungsprogramms in einem Dreiklang aus "Kopf, Herz und Hand" aufnehmen. Wir müssen sichern, dass unseren Jugendlichen für die erfolgreiche Teilhabe in der demokratischen Gesellschaft unverzichtbare Kompetenzen vermittelt werden. Das wachsende politische Desinteresse und die wiederkehrenden Wahlerfolge rechtsextremer Parteien, vor allem bei jungen Wählern, verpflichtet uns dazu, den Jugendlichen soziale, zivilgesellschaftliche und demokratische Handlungskompetenzen zu vermitteln. Wir wollen mit diesem Modellversuch die Jugendlichen für das Leben fit machen, ihnen bei der Ausbildung der sozialen Kompetenzen ein Rüstwerk geben."

Zum Tagungsprogramm:

Die Arbeitsbereiche der ausgebildeten Beraterinnen und Berater für Demokratiepädagogik werden wegen der unterschiedlichen Transferstrategien der Bundesländer und aufgrund der vielfältigen beruflichen Hintergründe der Beraterinnen und Berater in einem hohen Maße variieren. Für die Beraterinnen und Berater wird es während der Abschlusskonferenz darum gehen, sich entlang demokratiepädagogischer Projekte professionell zu vernetzen und darum, wie die Beraterinnen und Berater in ihrer zukünftigen Beratungstätigkeit gestärkt werden können. Diskutiert wird, wie die Ergebnisse des Programms mit Blick auf diese Bedingungen nachhaltig in die Schulpraxis transferiert werden können und welche Instrumente helfen können, die Vorortbedingungen zu diagnostizieren und passende Demokratieprojekte für Schulen zu finden. Weitere Workshops thematisieren Ideen, Anregungen und Kontakte für die Beantragung und Realisierung der Projekte für Demokratie.

Für Ihre Fragen steht Ihnen zur Verfügung:
Boris Angerer
Projektleiter, Tel. 03378 209-170
E-Mail: boris.angerer( at )lisum.brandenburg.de


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