Erster Weiterbildungsbericht des Landes
Der erste Weiterbildungsbericht des Landes Hessen bestätigt laut Kultusministerin Karin Wolff "eindrucksvoll, dass Hessen über eine moderne und vielfältige Weiterbildungslandschaft verfügt".
20.10.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenErarbeitet wurde der 130 Seiten starke Bericht "Lebensbegleitendes Lernen: Weiterbildungsstrukturen und -trends" von Prof. Peter Faulstich (Universität Hamburg) und Dr. Dieter Gnahs (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung) in enger Zusammenarbeit mit dem Landeskuratorium für Weiterbildung und dem Hessischen Kultusministerium.
Der Bericht enthält eine Analyse von Daten und Entwicklungen der nach dem Hessischen Weiterbildungsgesetz geförderten Weiterbildungseinrichtungen. Nach den statistischen Erhebungen für den Zeitraum 1999 bis 2003 verzeichneten die Volkshochschulen eine Zunahme der Teilnehmerzahlen in den Bereichen Politik und Gesundheit. Zurückgegangen sind die Teilnehmerzahlen bei den Kursangeboten zu Familie, Umwelt, Sprachen und Arbeit. Mit rund 40 Prozent des Unterrichtsvolumens liegt der Bereich "Sprachen" bei den Kursen dennoch an der Spitze, gefolgt von "Arbeit und Beruf" (19%) sowie "Gesundheit" (15%). Die landesweit tätigen Organisationen der Erwachsenenbildung in freier Trägerschaft hatten eine starke Zunahme der Teilnehmerzahlen in Kursen für Politik, Familie, Religion, Kultur und Gesundheit. Die Beteiligung an Kursen in den Bereichen Sprachen und Arbeit waren auch hier rückläufig.
Kultusministerin Wolff dankt den Autoren des Berichts für ihre "systematischen Einschätzungen und bedenkenswerten Empfehlungen". Der Bericht sei eine "gute und wichtige Grundlage für anstehende Entscheidungen über die Zukunft und Gestaltung der Weiterbildung". Hessen baue die Weiterbildung zu einem System lebensbegleitenden Lernens aus. Es gehe darum, so Wolff, "isolierte Zuständigkeiten zu überwinden", um allgemeine, berufliche und betriebliche Bildung mehr aufeinander zu beziehen. Erforderlich sei die übergreifende Kooperation von Unternehmen, Kammern, Berufsschulen und Weiterbildungsträgern, insbesondere zur Vernetzung und zum Ausbau der Bildungsberatung.
Insgesamt zeichnen sich die Weiterbildungseinrichtungen in Hessen laut Bericht durch ein hohes Maß an Teilnehmer- und Kundenorientierung aus. Zum Standardrepertoire gehören die Weiterbildungsberatung und Info-Veranstaltungen, zunehmend auch die Lernberatung. Bezüglich der Kooperationsbeziehungen weist die Statistik aus, dass die Weiterbildungseinrichtungen ihre Kontakte nach außen und untereinander inzwischen intensiviert haben. Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement, Qualitätstestierung und Datenschutz im Interesse der an Weiterbildung interessierten Bürgerinnen und Bürger haben deutlich an Bedeutung gewonnen. Der Weiterbildungsbedarf wird in den Bildungseinrichtungen mit vielfältigen Strategien ermittelt, wobei nur für die freien Träger die Ausrichtung an den Planungen der Arbeitsverwaltung eine nennenswerte Rolle spielt.
"Wir können mit Genugtuung feststellen, dass sich das Hessische Weiterbildungsgesetz als Stabilitätsfaktor der Weiterbildung erwiesen hat und in der hessischen Trägerlandschaft eine hohe Innovationsbereitschaft besteht", so Sabine Roth, Vorsitzende des Landeskuratoriums für Weiterbildung. Das Weiterbildungsgesetz habe einerseits Planungssicherheit gegeben und den Einrichtungen andererseits Entwicklungschancen gelassen. Somit sei "weitsichtig eine wichtige Weichenstellung für den Aufbau eines Systems lebensbegleitenden Lernens eingeleitet" worden. Roth hofft, dass der Bericht dazu beiträgt, das Thema "Weiterbildung in öffentlicher Verantwortung" und lebensbegleitendes Lernen im Bewusstsein von Öffentlichkeit und Politik stärker zu verankern.
Erläuterung: Das Landeskuratorium für Weiterbildung hat nach dem Hessischen Weiterbildungsgesetz den Auftrag, die Landesregierung in Fragen der Weiterbildung zu beraten, Empfehlungen und Vorschläge zur Weiterentwicklung und zur Zusammenarbeit der Bildungseinrichtungen und landesweiten Organisationen zu unterbreiten und die Koordinierung der Bildungsangebote zu fördern. Dem Landeskuratorium gehören Vertreter der Bildungswerke von Kirchen und Wohlfahrtsverbänden, Wirtschaftskammern, Arbeitgebern und Gewerkschaften, von Landessportbund und Landvolk sowie von Volkshochschulen und der Heimvolkshochschule Fürsteneck und weitere beratende Mitglieder an. Das Weiterbildungsgesetz verlangt auch die Vorlage eines Weiterbildungsberichtes.
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