Erstes Arbeitstreffen zu einer etwaigen Bewerbung der SCHUM-Städte Worms, Mainz und Speyer als Weltkulturerbe - Härtel: Erst Hausaufgaben machen

Mit der Initiative der Stadt Worms, das jüdische Erbe der so genannten mittelalterlichen SCHUM-Städte Worms, Mainz und Speyer im nächsten Jahrzehnt in die UNESCO-Liste des Welterbes eintragen zu lassen, haben sich Fachleute des Landesamtes für Denkmalpflege, des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur und der drei Städte befasst. "Wir sind uns der Bedeutung des jüdischen Erbes für unser Land sehr wohl bewusst. Aber vor einer etwaigen Bewerbung müssen wir erst einmal unsere Hausaufgaben machen", sagte Roland Härtel, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, der zu dem Treffen auf Arbeitsebene ins Landesamt eingeladen hatte.

18.07.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

Härtel machte klar, dass die jüdischen Friedhöfe von Mainz und Worms, die Synagogen und Mikwen von Worms und Speyer, auch die Friedhofshallen von Mainz und Worms aus der Zeit kurz vor oder um 1900 zu den bedeutenden Kulturdenkmälern des Landes gehören, die zum unverwechselbaren Bild von Rheinland-Pfalz beitragen.

Im Vorfeld einer Bewerbung müsse aber eine klare Konzeption entwickelt werden. Dazu gehörten Fragen wie die nach dem aktuellen Zustand der Stätten. "Sind sie, so wie wir sie heute vorfinden, überhaupt vorzeigbar? Was ist noch zu tun? Welche konkreten Maßnahmen stehen an? Bedarf es noch wissenschaftlicher Forschung?", fragte der Staatssekretär.

Hinzu komme, dass die beteiligten Städte sich keine Illusionen darüber machen dürften, dass mit dem Welterbestatus auch erhebliche Aufwendungen verbunden seien.

Weil es in erster Linie um Kulturdenkmäler geht, die als Denkmäler von den Schutzbehörden und von den kommunalen Eigentümern beziehungsweise Verfügungsberechtigen betreut werden, waren zu dem ersten Gespräch die jüdischen Gemeinden noch nicht eingeladen, sondern nun die Vertreter der Städte.

Da Land und Kommunen gewillt sind, das Thema auf Arbeitsebene weiter zu behandeln, wurde beschlossen, eine Dokumentation über die jüdischen Stätten zu erstellen und die jüdischen Gemeinden sowie die Hochschulen in die weiteren Überlegungen einzubeziehen.


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