Erzieherinnen und Erzieher qualifiziert und differenziert ausbilden!
"Die Schaffung von Krippen- und Kindergartenplätzen ist in aller Munde, keiner spricht von der Ausbildung der dafür notwendigen 11.000 Erzieherinnen und Erzieher", so Berthold Gehlert, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS). "Die beruflichen Schulen sind mit ihren Strukturen für diese wichtige Aufgabe bestens gerüstet.
24.04.2007 Pressemeldung Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen e.V. (BLBS)Allerdings ist die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher in Deutschland weder einheitlich geregelt, noch besteht ein durchgängiges, gestuftes Ausbildungsangebot, das den differenzierten Anforderungen gerecht wird. Das muss geändert werden." Die Tätigkeiten der Erzieherinnen und Erzieher sind wichtig Die Erzieherinnen und Erzieher haben bei der Bildung und Betreuung der Kinder gerade in dem entscheidenden Krippen- und Kindergartenalter eine ausgesprochen wichtige lebensweisende Aufgabe. Daher, so die Forderung des BLBS, müssen für die Ausbildung künftig einheitliche Rahmenbedingungen für alle Bundesländer gelten, die auch dem europäischen Vergleich Stand halten können. "Schwerpunkte des Berufsprofils müssen die Bereiche Bildung, Erziehung, Beratung und Kooperation sein", so Gehlert und weiter: "Dazu wird unterschiedlich qualifiziertes Personal benötigt, das seiner Aufgabe entsprechend bezahlt wird und das Aufstiegsmöglichkeiten hat."
In der Ausbildung muss differenziert werden In der Ausbildung muss, so der BLBS, zwischen den Erzieherinnen und Erziehern im Betreuungs- und Bildungsbereich und denen in Leitungsfunktionen unterschieden werden. Auf der einen Seite sind für die Ausbildung die hervorragend gerüsteten und bewährten Fachschulen (oder Fachakademien) verantwortlich, die von ihrer Struktur her bestens in der Lage sind, sowohl die theoretische wie auch die berufspraktische Ausbildung auf hohem Niveau zu übernehmen. Während die theoretische Ausbildung durch wissenschaftlich qualifizierte Berufspädagogen realisiert wird, erfolgt die berufspraktische Ausbildung durch dafür qualifizierte Fachkräfte, so die Forderung des BLBS. Die Gesamtverantwortung für die Ausbildung trägt selbstverständlich die Schule. Berthold Gehlert differenziert aber weiter: "Darüber hinaus werden andererseits höher qualifizierte Fachkräfte im Bereich Management und für die konzeptionelle Bildungsarbeit benötigt. Diese müssen ihre Ausbildung zusätzlich mit einem Fachhochschulstudium abschließen." Der BLBS fordert, dass zwischen der Erzieherausbildung an den Fachschulen und den akademischen Ausbildungsangeboten für Erzieherinnen und Erzieher abgestimmte Bildungswege angeboten werden. Dabei sind die auf einer Ausbildungsstufe erworbenen Kompetenzen konsequent auf den nachfolgenden Bildungsgang durch ein Kreditpunktesystem anzurechnen. "So entstehen durch Verzahnungsmodule attraktive Übergänge und überschaubare Studiendauern bei ausgeprägter Praxisrelevanz", so Gehlert.
Zugangsvoraussetzungen für die Schüler Der BLBS fordert weiter, dass die grundsätzlichen Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher an Fachschulen zwischen den Ländern einheitlich festgeschrieben werden. Zu einem mittleren Bildungsabschluss (mittlerer Reife) oder einem vergleichbaren Abschluss wird ein einschlägiger Beruf oder ein Beruf mit zusätzlichen sozialpädagogischen Erfahrungen benötigt. Wenn jemand die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife besitzt, muss er nur noch sozialpädagogische Praxiserfahrungen nachweisen.
Keine Kommentare vorhanden