Fit für die Arbeitswelt: Millionenschweres Förderprogramm für Jugendliche

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave und Arbeitsminister Uwe Döring haben heute (1. September) ein millionenschweres Förderprogramm zur Unterstützung von Jugendlichen an Haupt-, Förder- und beruflichen Schulen vorgestellt. Insgesamt sollen nach dem so genannten Handlungskonzept "Schule & Arbeitswelt" zwischen 2007 und 2013 rund 58 Millionen Euro in dieses Programm fließen.

04.09.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Das Land trage davon rund 26 Millionen Euro und aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) sollen 23 Millionen Euro kommen, sagte der Arbeitsminister. Zusätzlich rechnet Döring mit weiteren knapp neun Millionen Euro: "Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Summe als Drittmittel einwerben können."

"Mit dem Handlungskonzept reagieren wir darauf, dass immer noch zu viele Jugendliche am Ende ihrer Schulpflicht über keinen oder nur einen schlechten Hauptschulabschluss verfügen", sagte Erdsiek-Rave. In Deutschland erreiche fast jeder zehnte Schulabgänger keinen Hauptschulabschluss. In Schleswig-Holstein seien dies jährlich rund 3.000 Personen. Ein guter Hauptschulabschluss jedoch sei in der Regel die Mindestvoraussetzung für den Einstieg in eine qualifizierte Berufsausbildung.

Noch immer gehöre die zu hohe Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen unter 25 Jahren zu den prekärsten arbeitsmarktpolitischen und gesellschaftlichen Problemen, sagte der Arbeitsminister. "Besonders in den letzten Klassen der Haupt- und Förderschulen muss mehr berufsorientierte Bildung stattfinden." Auch bei anspringender Konjunktur hätten "bildungsferne" Schülerinnen und Schüler kaum eine Aussicht auf einen Ausbildungsplatz oder eine Erwerbstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt.

Der für viele Jugendliche vorgezeichnete Weg in die Arbeitslosigkeit und das Leben von staatlichen Leistungen sei nicht hinnehmbar. Mit den gebündelten Kräften beider Ministerien solle bereits lange vor der Schulentlassung ein Ausweg aus der Ausbildungsmisere gefunden und der Grundstein für einen erfolgreichen Arbeitsbeginn in der Zukunft gelegt werden. Erdsiek-Rave: "Mit Potentialanalysen, verstärkter Berufsorientierung, Praktika, Trainingsprogrammen, Coaching und weiteren Qualifizierungen werden wir den Jugendlichen ein Angebot machen, durch das sie ihre Ausbildungs- und Berufsreife entscheidend verbessern können. Pro Schuljahr erreichen wir damit rund 5.000 Jugendliche."

"Durch die Einbindung dieser abgestimmten unterschiedlichen Maßnahmen in das schulische Leben und das soziale Umfeld werden die Schülerinnen und Schüler besser vorbereitet in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt entlassen", sagte Döring. Mit dem Handlungskonzept ´Schule & Arbeitswelt´ solle das Problem mangelnder Ausbildungs- und Berufsreife von Schulabgängern bei der Wurzel gepackt werden, sagte der Arbeitsminister. Defizite dürften gar nicht erst entstehen, Fehlentwicklungen müssten bereits in der Schule erkannt und behoben werden. "Dazu brauchen wir die kontinuierliche Begleitung der jungen Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf und dazu können wir hervorragend unsere Jugendaufbauwerke (JAW) mit deren Erfahrungen einbinden", sagte Döring, "denn die Arbeitsmarktförderung darf zukünftig nicht mehr Reparaturbetrieb sein."

Das Handlungskonzept "Schule & Arbeitswelt" ist im Internet unter www.bildungsministerium.schleswig-holstein.de abrufbar.


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