Georg-K.-Glaser-Preis 2004 geht an Hanns-Josef Ortheil

Den Georg-K.-Glaser-Preis erhält in diesem Jahr der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil für seine unveröffentlichte Erzählung "Die weißen Inseln der Zeit".

24.06.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

Der mit 10.000 Euro dotierte Literaturpreis wird gemeinsam vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur und dem Südwestrundfunk (SWR) verliehen. Der rheinland-pfälzische Kulturminister Professor Dr. E. Jürgen Zöllner wird den Preis überreichen.

Die Jury, der unter anderen die Literaturkritiker Meike Fessmann, Hajo Steinert und Martin Lüdke sowie die Schriftsteller Dagmar Leupold und Sigfrid Gauch angehören, hob in der Begründung für ihre Wahl hervor, dass Ortheil in seiner auf den ersten Blick schlicht angelegten Erzählung ein weitgefächertes Beziehungsgeflecht entwickelt habe. Der Münchner Hauptbahnhof, ein profaner Transitraum, erscheine als Kathedrale der Verführung. Doch nicht die Konsumwelt wird beschworen, es öffnet sich vielmehr ein Raum der Imagination, in dessen Zentrum Venedig steht.

Hanns-Josef Ortheil, der 1951 in Köln geboren wurde und heute in Stuttgart lebt, wuchs unter anderem im Westerwald und in Mainz auf, wo er am Rhabanus-Maurus-Gymnasium sein Abitur ablegte; nach seinem Studium der Germanistik, Philosophie, Vergleichenden Literaturwissenschaft und Musikwissenschaft in Mainz, Göttingen und Rom lehrte er nach seiner Promotion bis 1982 an der Johannes-Gutenberg-Universität. Seit 1999 ist er Professor an der Universität Hildesheim, wo er den Studiengang "Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus" eingerichtet hat. Ortheil erhielt für seinen Debütroman "Fermer" 1979 den Aspekte-Literaturpreis; es folgten zahlreiche weitere Romane, unter anderem die Trilogie der schönen Künste des ausgehenden 18. Jahrhunderts über Goethe und Rom ("Faustinas Küsse", 1998), Venedig und die Malerei ("Im Licht der Lagune", 1999) sowie Prag, Mozart und Casanova ("Die Nacht des Don Juan", 2000). Mit seinem 2003 erschienen Roman "Die große Liebe" erzielte Ortheil, der zu den wichtigsten zeitgenössischen deutschen Autoren zählt, einen großen Publikumserfolg.

Die Verleihung des Georg-K.-Glaser-Preises an Hanns-Josef Ortheil findet am Donnerstag, 9. September 2004, um 19 Uhr, während des Literaturfestes "Literatur im Foyer extra" im SWR in Mainz statt. Der Preis ist nach dem 1910 im rheinhessischen Guntersblum geborenen und 1995 in Paris gestorbenen Autor Georg K. Glaser benannt. Letzte Preisträger waren Wolfgang Schömel (2003), Thomas Lehr (2002) und David Wagner (2001). Über die Vergabe des Förderpreises wird nach einer öffentlichen Lesung von Jasmin L. Hermann, Monika Rinck und Ralf Schwob entschieden.


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