GEW: "Billiganbietern bleiben Tür und Tor geöffnet"

"Billiganbietern in der Aus- und Weiterbildung bleiben weiter Tür und Tor geöffnet. Weiterbildner werden mit Almosen abgespeist. Mit dem 'Branchentarifvertrag Weiterbildung' wäre eine untere Haltelinie gegen Dumpinglöhne eingezogen worden", sagte Ilse Schaad, Tarifexpertin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), mit Blick auf die gestrige Ablehnung der Bundesregierung, den 2009 vereinbarten Branchentarifvertrag für allgemeingültig zu erklären.

06.10.2010 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

"Es bleibt das Geheimnis des Arbeits- und Sozialministeriums, warum es sich gegen einen Mindestlohn in der Weiterbildung sperrt: Arbeitgeber und Gewerkschaften sind sich einig, einen konkurrierenden Tarifvertrag gibt es nicht", betonte Schaad. "Alle Sonntagsreden über die Bedeutung des 'Lebensbegleitenden Lernens' sind Makulatur, wenn Menschen, die sich beispielsweise für die Eingliederung von Arbeitslosen im Rahmen der Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit engagieren, Honorare von nicht einmal zehn Euro in der Stunde bekommen - wie es insbesondere in den östlichen Bundesländern Praxis ist. Gesellschaftlich wertvolle Arbeit, die hochqualifizierte Pädagoginnen und Pädagogen leisten, muss auch gut bezahlt werden. Unseriösen Billigheimern, die schlechte Arbeitsbedingungen und schlechte Bildungsqualität bieten, muss das Handwerk gelegt werden", sagte die Tarifexpertin.

Info: Wäre der Tarifvertrag in der Aus- und Weiterbildungsbranche für allgemeingültig erklärt worden, hätte er für fast 25.000 Beschäftigte gegolten. Der Branchentarifvertrag sichert Brutto-Monats-Löhne von knapp über 2.000 Euro (Stundenlohn: 12,28 Euro) im Westen und rund 1.800 (Stundenlohn: 10,93 Euro) in den östlichen Bundesländern ab.


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