Integrationskurse

GEW und DaZ-Netzwerk: "Mindestens 30 Euro Honorar für Lehrkräfte"

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie das Netzwerk der Lehrkräfte für Deutsch als Zweitsprache (DaZ-Netzwerk) haben die Bundesregierung aufgefordert, das Honorar für Lehrkräfte in Integrationskursen pro Unterrichtseinheit auf mindestens 30 Euro anzuheben und diese fest einzustellen.

10.03.2011 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

"Die wirtschaftliche und rechtliche Stellung der Lehrkräfte muss verbessert, die Bezahlung im Krankheitsfall und Urlaub eine Selbstverständlichkeit werden. Dafür muss eine kostendeckende Finanzierung gewährleistet werden. Niedrigsthonorare ab acht Euro, die in Deutschland gezahlt werden, sind ein Skandal", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Donnerstag in Frankfurt a.M.. Weiter verlangte er, die bisherige Regelung der Renten- und Krankenversicherung für freiberufliche Lehrerinnen und Lehrer, die diesen die gesamte Last des Beitrags aufbürdet, durch eine gerechte zu ersetzen. Eine einkommensabhängige Einstufung in die gesetzliche Krankenversicherung sei flächendeckend einzuführen.

Thöne appellierte an die Regierung, eine engagierte Integrationspolitik zu betreiben und dafür Sorge zu tragen, dass diese nicht durch unsinnige Vorschriften gefährdet oder behindert werde. Das beziehe sich sowohl auf die Zulassung zu Integrationskursen und die Sicherstellung von Kinderbetreuung als auch die zeitnahe Abrechnung von Integrationskursen als Grundlage für die Bezahlung der Lehrkräfte. Dafür sei eine nachhaltige Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Kursträgern und dem zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu vereinbaren.

Info: Etwa 12000 Lehrkräfte arbeiten in Integrationskursen, die ein wesentlicher Bestandteil aktiver Integrationspolitik sind. Hier lernen erwachsene Migrantinnen und Migranten die deutsche Sprache und können sich Kenntnisse über das gesellschaftliche Leben in Deutschland aneignen. Der Erfolg der Kurse ist ganz wesentlich den Lehrkräften und den Kursträgern zu verdanken, die sich vielfach über das wirtschaftlich vertretbare Maß hinaus engagiert haben. Dieses Engagement stößt schon lange an seine Grenzen. Die Situation ist seit Beginn der Integrationskurse (2005) von mangelnder Planungssicherheit für die Kursträger und notorischer Unterbezahlung der gut qualifizierten Lehrkräfte gekennzeichnet.


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