Weiterbildung

Großer Fachkräftemangel - trotzdem Langzeitarbeitslose ohne Chancen

Rund 316.000 Menschen haben 2014 an einer von der Bundesagentur für Arbeit (BA) und den Jobcentern geförderten beruflichen Weiterbildung teilgenommen, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke. Die Eintritte in diese Fördermaßnahmen liegen damit sehr hoch, so die Regierung, und sie betont den hohen Stellenwert, den die Weiterbildung nach wie vor hat. Die Arbeitslosigkeit lag bei rund 2,9 Millionen. Knapp die Hälfte aller Arbeitslosen (etwa 45 Prozent) hatte keine abgeschlossene Berufsausbildung, ca. 10 Prozent davon besuchten eine Weiterbildungsmaß- nahme.

24.07.2015 Pressemeldung Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB)

"Bei diesen Zahlen kann von einem hohen Stellenwert der Weiterbildung keine Rede sein", sagte Thiemo Fojkar, Vorsitzender des BBB Bildungsverbandes, in Berlin. "Bei dem enormen Fachkräftebedarf in Deutschland ist es nicht nachvollziehbar, dass die BA in den letzten zwölf Monaten einen Überschuss in Höhe von 2,62 Milliarden Euro erzielen konnte."

Bei 1,3 Millionen Arbeitslosen ohne Berufsabschluss könnte und müsste mehr Geld in eine abschlussorientierte Weiterbildung investiert werden. Laut Statistik der BA konnten jedoch nur 49.000 Menschen (darunter 5.600 Langzeitarbeitslose) davon Gebrauch machen, ganze 3,8 Prozent.

"Das ist einfach beschämend." Das werde auch den steigenden beruflichen Anforderungen im Rahmen einer zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt nicht gerecht, sagte der BBB-Vorsitzende.

Schon Anfang des Jahres forderte der Bildungsverband, dass "von der guten wirtschaftlichen Situation auch jene Menschen profitieren sollen, die schon lange arbeitslos sind, gerade auch die ohne Berufsabschluss." Sie müssten die Chance bekommen, zu fairen Bedingungen am Erwerbsleben teilzuhaben.

Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung, kurz Bildungsverband, ist ein Zusammenschluss maßgeblicher Anbieter von Bildungsprogrammen in Deutschland. In seinen Mitgliedsverbänden helfen jährlich Tausende von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Menschen mit qualitätsgeprüften Aus- und Weiterbildungen bei der Verbesserung ihrer beruflichen Chancen. Der Bildungsverband versteht sich als ein "Qualitätsverbund" der beruflichen Weiterbildung und hat sich und seine Mitgliedsunternehmen auf Qualitätsgrundsätze verpflichtet.


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