Härtel: Kleine Goldmünze erzählt von großer europäischer Geschichte

Von heute an bis zum 17. Oktober ist im Museum im Andreasstift in Worms ein buchstäblich einzigartiges Ausstellungsstück zu bewundern: die bislang einzig aufgefundene goldene Porträtmünze Karls des Großen.

16.08.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

"Ein kleiner archäologischer Fund kann große Geschichten erzählen", sagte Roland Härtel, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, bei der heutigen Ausstellungseröffnung.

Die im Herbst 1996 von Mitarbeitern des Landesamtes für Denkmalpflege bei Ausgrabungsarbeiten in der Karolingerpfalz in Ingelheim zutage geförderte Münze stelle die Forschung vor neue Fragen, sagte Härtel. Und zwar deshalb, weil Karl der Große die Goldprägung 781 abgeschafft und eine einheitliche Silberwährung für sein Reich eingeführt habe.

Denkbar sei, dass es bei der zwischen 800 und 815 im französischen Arles geschlagenen Münze sich um eine Erinnerungsmedaile für verdiente Persönlichkeiten des damaligen Reichs oder aber um ein Zahlungsmittel für den Warenverkehr mit den Mittelmeeranrainern handle. Jedenfalls habe der archäologische Fund einen besonderen Quellenwert. "Denn Münzen Karls mit seiner Titulatur als Kaiser und König und seinem Porträt sind ausgesprochen selten; nur ca. 30 Exemplare sind bekannt", erläuterte der Staatssekretär.

Die Münze mit dem Bild des Imperator Augustus, geschmückt mit dem goldenen Lorbeerkranz der Cäsaren, sei darüber hinaus wie Kaiserpfalz und Aula regia ein Zeugnis bewusster Imitation römischer Kaiserherrschaft, so der Staatssekretär.

Er äußerte seine Freude darüber, dass die von ihm angeregte Ausstellung dieses besonderen Fundstücks zu einem großen Publikumserfolg geworden sei. Sie sei bislang im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank in Frankfurt, in den großen rheinland-pfälzischen Museen, in den Landesvertretungen in Berlin und Brüssel und in Magdeburg zu sehen gewesen - jeweils mit großem Anklang. Die nächste Station nach Worms sei das Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn. "Und schon jetzt gibt es weitere Anfragen aus Frankfurt, Münster und Hildesheim", so der Staatssekretär.

Dieser enorme Zuspruch sei eine Bestätigung für das Ansinnen des Landes, seine kulturhistorischen Schätze, wenn immer es möglich sei, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


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