Heute gibt´s Zeugnisse für Lehrer: Weiterbildung erfolgreich absolviert

Mit der Zeugnisvergabe im Amt für Lehrerausbildung in Frankfurt endet heute (14.30 Uhr) eine bislang einzigartige Qualifizierungsinitiative: In einer berufsbegleitenden Weiterbildung haben 80 Grundschullehrkräfte das Lehramt an Haupt- und Realschulen erworben. Zum Schuljahresbeginn 2004/05 können sie bereits an Haupt- und Realschulen in Hessen unterrichten.

10.07.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Kultusministerium

18 Monate dauerte die Qualifizierung, die auf Initiative des Hessischen Kultusministeriums vom Dezernat Weiterbildung des Amts für Lehrerausbildung gestartet und in Zusammenarbeit mit den Hochschulen Frankfurt, Gießen, Kassel und den Studienseminaren durchgeführt wurde. Dabei wurden auch Methoden des Internet gestützten Lernens und Lehrens eingesetzt. "Dank der Kooperation und den Einsatz des Internets konnte es gelingen, dass die aus ganz Hessen kommenden Lehrerinnen und Lehrer in drei Semestern eine fachwissenschaftlich fundierte und zugleich auf die Schulpraxis abgestimmte Ausbildung erhalten konnten", sagte der Direktor des Amtes für Lehrerbildung, Frank Sauerland.

Für die Zeit der Weiterbildungsmaßnahme hatte das Ministerium die Lehrkräfte mit fünf Stunden von ihrer Unterrichtstätigkeit entlastet. Zudem fand ein Teil des Studiums in der unterrichtsfreien Zeit statt. Dennoch war es für die Lehrkräfte nicht immer leicht, die Anforderungen der Ausbildung mit den täglichen Aufgaben an ihren Grundschulen in Einklang zu bringen. "Ihrem enormen Engagement, dem Verständnis ihrer Schulleitungen und der Einsatzbereitschaft der Professoren und Ausbilder ist es zu verdanken, dass der Kurs erfolgreich war", so Sauerland.

Durch den Erwerb des zusätzlichen Lehramts können die Absolventen nun auch in Haupt- und Realschulen eingesetzt werden. Für jene, die bislang als Vertretungslehrkräfte arbeiten, erhöhen sich nun die Einstellungschancen in den hessischen Schuldienst. "Wir kompensieren damit eine ungleiche Entwicklung im Lehramtsstudium", erklärte Kultusministerin Karin Wolff in Wiesbaden. Danach liegt die Zahl der Studierenden für das Grundschullehramt über dem Bedarf, wogegen es für Haupt- und Realschulen in manchen Fächern zu wenige Bewerber gibt.

"Mit dieser Kooperation beschreitet Hessen Neuland und erweist sich einmal mehr als Pionier in der Lehrerbildung", sieht Wolff neue Impulse durch die Verschränkung von Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Unterrichtspraxis. Neben der Ausbildung in den Fächern umfasste der Kurs auch Elemente der Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften und zwar vor allem aus den Bereichen, die für den Unterricht in Haupt- und Realschulen von großer Bedeutung sind, wie z.B. Diagnostik, Konfliktbearbeitung und Elternarbeit.


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