Kabinett besucht jüdischen Friedhof in Worms - Kulturminister Zöllner: Zeugnis einer lebendigen jüdischen Gemeinde
Die bedeutenden Zeugnisse jüdischer Kultur in Worms und deren Geschichte hat das rheinland-pfälzische Kabinett heute mit seinem Besuch auf dem Jüdischen Friedhof in Worms gewürdigt.
31.05.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)"Die jüdische Gemeinde Worms erlebte im Lauf ihrer Geschichte zahlreiche Schicksalsschläge, blieb aber ein Zentrum des Judentums in Deutschland bis in die NS-Zeit", betonte der Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Professor Dr. E. Jürgen Zöllner. "Wir sind froh, dass es, wie in vielen Orten in Rheinland-Pfalz, auch in Worms wieder eine lebendige jüdische Gemeinschaft gibt."
Zu den bedeutenden jüdischen Stätten in Worms zähle nicht nur die Synagoge und die kultische Badeanlage, die Mikwe, sondern auch der jüdische Friedhof am Andreasring. "Er ist der älteste erhaltene Judenfriedhof in Europa und auf Grund der zahlreichen Rabbiner-Gräber ein Wallfahrtsort für Juden aus aller Welt", so Minister Zöllner weiter und verwies in diesem Zusammenhang auf das Raschi-Jahr, das die Stadt Worms in diesem Jahr zum 900. Todestag des Gelehrten Rabbi Salomon ben Isaak, genannt Raschi, begeht. Raschi besuchte die Synagogenschule in Worms; er gilt bis heute als einer der wichtigsten Interpreten des Talmud. Sein Denkmal neben der Wormser Synagoge wurde mit Hilfe der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur realisiert, die auch die Veranstaltungen des Raschi-Jahres fördert.
"Für das Land Rheinland-Pfalz hat die jüdische Gemeinde Worms und das Raschi-Jahr eine große Bedeutung", unterstrich Minister Zöllner. "Das Leben und Werk des Rabbi verdeutlicht eindrucksvoll den prägenden Einfluss, den das geistige Leben der jüdischen Gemeinden am Rhein im Mittelalter für ganz Europa hatte und bis heute hat."
Das Land Rheinland-Pfalz habe eine entsprechende Initiative der Stadt Worms gerne aufgegriffen und strebe die Eintragung der mittelalterlichen SCHUM-Städte Worms, Speyer und Mainz in die UNESCO-Liste des Welterbes im nächsten Jahrzehnt an. Ein erstes Vorgespräch des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur und des Landesamtes für Denkmalpflege mit Vertretern der drei Städte sei für Mitte Juli vorgesehen.
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