Kultusminister unterstützt Neuordnung der beruflichen Bildung

"Bei einer entsprechend breit angelegten Grundbildung könnten wir mit etwa einem Drittel der jetzt etwa 350 Ausbildungsberufe auskommen", hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute (22.05.2007) den Vorschlag der Bundesbildungsministerin Annette Schavan zur Neuordnung der beruflichen Bildung in Deutschland unterstützt.

22.05.2007 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium

Tatsächlich habe es in den letzten Jahren aber eher einen Trend zu immer mehr Spezialisierung bis hin zu so genannten Splitterberufen gegeben, was auch die Arbeit der berufsbildenden Schulen für die "Vor-Ort-Beschulung" schwieriger mache. "Es ist ein entscheidender Vorteil des dualen Systems in Deutschland, dass berufsbezogene Kenntnisse und Fähigkeiten in den berufsbildenden Schulen und betriebsübergreifenden Fertigkeiten in den wirtschaftseigenen Bildungszentren vermittelt werden, während die eigentliche Spezialisierung der Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb erfolgt", sagte Busemann. Insofern sei es für ihn ebenso wichtig, die Ausbildungsordnungen durch neue Festlegungen der Sozialpartner inhaltlich zu entfrachten, wie ihre Zahl zu reduzieren.

"Die gegenwärtige Rechtslage lässt es nicht zu, den zweiten Berufsschultag in der Woche, der von vielen Unternehmen als ein Ausbildungshemmnis gesehen wird, entfallen zu lassen. Wir sind verpflichtet, 36 Jahreswochenstunden, das sind 12 Wochenstunden über 3 Ausbildungsjahre Unterricht zu erteilen", machte Busemann deutlich. Als Beispiele für Berufe, bei denen die Ausbildungsordnungen schlanker gestaltet werden könnten, nannte Busemann Industrieelektriker, Montagefachkraft für den Innenausbau oder auch Fachberater für Foto und Medien. Die Länder hätten dabei jedoch nur mittelbare Eingriffsmöglichkeiten. "Die Gewerkschaften und die Arbeitgeber sollten gemeinsam mit dem Bund die Modernisierung der Ausbildungsordnungen angehen. Angesichts der schnellen wirtschaftlichen und technischen Entwicklung ist Spezialwissen oft auch schnell überholt. Gefragt sind vielmehr eine solide Ausbildung als Basis und die Bereitschaft des Einzelnen mit Unterstützung der Betriebe die lebenslange Fachkompetenz zu erhalten und immer wieder dazu zu lernen", so Busemann abschließend.


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