Lehrer lernten auf der Buchmesse

(bikl) Knapp 200 Lehrer haben am Samstag die Frankfurter Buchmesse zur Weiterbildung genutzt. So viele Teilnehmer nämlich konnte der erste Lehrerkongress auf der weltgrößten Bücherschau verbuchen.

08.10.2006 Artikel

Da ging es – was nahe liegt – in erster Linie um die Leseförderung. Wie kann Lesen auch in der Schule Spaß machen, was heißt eigentlich Leseförderung in Deutschland, wie kann man Schüler mit Zeitungen und Zeitschriften zum Lesen animieren? Welche Rolle spielt der Computer und lassen sich Hörbücher – die ja gegenwärtig einen Boom erleben - in der Schule tatsächlich sinnvoll einsetzen? Und: Kann man Schüler mit Kinofilmen zum Lesen verführen?

Ein weiteres aktuelles Thema stand auf der Agenda: Werte. Darüber diskutierten der Bundeselternratsvorsitzende Wilfried Steinert, die Bestsellerautorin Tanja Kinkel und NRWs Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Armin Laschet mit den Lehrern. „Bildungsstandards beschreiben, was Kinder in den Fächern Mathematik und Deutsch in der neunten, zehnten Klasse gelernt haben sollen. Bei Verantwortungsbewusstsein, aber auch in Sachen Pünktlichkeit oder Ordnung sagen wir, das müssen die Kinder können. Dafür gibt es keinen Lehrplan. Aber dies ist auch ein Lernprozess und wir müssen den Schülern Gelegenheiten geben, dies in der Schule zu lernen" , lautete der Abschlussappell von Wilfried Steinert.

Der Kongress war Teil des Schwerpunkts „Zukunft Bildung", der sich um die Themen Alphabetisierung, Lernen in der Schule und Fortbildung für die Branche drehte. Der Lehrerkongress, den die Messe gemeinsam mit Lehrer-Online organisiert hatte, richtete sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schulzweige. In zahlreichen Bundesländern war der Kongress als Fortbildung anerkannt.

„Entwicklung im Bereich Bildung ist zukunftsentscheidend – für den Einzelnen, für die Gesellschaft und insbesondere auch für die Verlagswelt – und so gesehen wird Bildung auch zu einem zentralen Thema für die Buchmesse", erklärte Buchmessenchef Juergen Boos, dieses neue Engagement der Messe, das langfristig angelegt ist. „Wir wollen die Politik und Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, was im Argen liegt und was wir besser machen können," so Karin Plötz, die Organisatorin des neuen Buchmessenschwerpunkts, für den jetzt bereits die Planungen fürs nächste Jahr beginnen.


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