Motor für Umweltinnovation im In- und Ausland

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) spinnt Umweltnetze über die Landesgrenzen hinaus: 24 Projekte aus Mittel- und Osteuropa begleiteten die Mitarbeiter der Stiftung allein 2005. Insgesamt förderte die DBU in zwölf Staaten des ehemaligen Ostblocks schon über 200 Vorhaben mit rund 32 Millionen Euro.

16.08.2006 Pressemeldung Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

"Unserer Förderarbeit auf europäischer Ebene kommt eine wachsende Bedeutung zu", betonte Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde bei der Vorlage des Jahresberichtes 2005. In Mittel- und Osteuropa habe die Stiftung mit vergleichsweise geringer finanzieller Unterstützung Anstöße geben können, die "positiv überrascht hätten". 2005 stiftete die DBU 343 Projektpartner mit 45,7 Millionen Euro an, ihre Vorhaben aus Umwelttechnik, -forschung, -kommunikation und Naturschutz in Angriff zu nehmen. Dass die Mittel dafür nicht versiegen, ist sicher: Immerhin gelang es der DBU, ihr Vermögen um 50 Millionen Euro auf 1,68 Milliarden Euro aufzustocken, der höchste Stand seit Stiftungsgründung.

Wie "Umweltkooperation in der Europäischen Union" aussehen kann - das diskutierten Experten bei der 11. Internationalen Sommerakademie der DBU. *Wir möchten weg vom Gießkannenprinzip. Statt vereinzelt international zu fördern, werden wir uns auf bestimmte Regionen konzentrieren", so Brickwedde. Die DBU liefere mit ihrer breiten Erfahrung vor allem deshalb international Problemlösungsangebote, weil angesichts der aktuellen Umweltsituation in vielen mittel- und osteuropäischen Staaten mit relativ wenig Geld relativ viel Umweltentlastung erreicht werden könne - ganz im Gegensatz zu Deutschland. Zugute komme das Ergebnis den Menschen hüben wie drüben. Aber auch den deutschen Unternehmen, denen sich durch die Ausfuhr von Umwelttechnik neue Chancen böten, auch zukünftig "Export-Weltmeister" zu bleiben.

Die Projektförderung in Mittel- und Osteuropa erstreckte sich 2005 auf Polen, Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, die Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Kaliningrad. Erfolgreich abgeschlossen werden konnte in Tschechien unter anderem das Vorhaben *Ländliche Abwasserentsorgung in der Dreiländerregion Neiße". Viele Förderprojekten bezogen sich auf Aktivitäten mehrerer Staaten: Dazu zählte etwa das durch das Ökopol Institut (Hamburg) umgesetzte Vorhaben *Trainingsprogramm für Berater aus Estland, Lettland und Litauen zur neuen europäischen Chemikalienpolitik".

Da im Umweltschutz begabte Köpfe gefragt sind, werde zentraler Bestandteil des internationalen Engagements aber weiterhin das Stipendienprogramm sein. Neben einem nationalen Programm für Doktoranden erhalten Hochschulabsolventen aus zehn Ländern Mittel- und Osteuropas die Chance zur beruflichen Weiterbildung, 2005 auch erstmals Bulgaren, Rumänen und Ungarn. Ein umfangreicher englischsprachiger Internetauftritt könne zudem bald auch ihnen helfen, sich noch besser über die DBU zu informieren.

Mit Hilfe der englischen Sprache und finanzieller Unterstützung der DBU verständigen sich auch über 5000 Schüler, besuchen sich gegenseitig, recherchieren Umweltprojekte und verfassen darüber in ihrer Muttersprache Artikel: 68 Schulen sowie 20 Partnerzeitungen aus sechs Ländern mit einer Gesamtauflage von rund 2,8 Millionen Exemplaren nehmen mehr als drei Jahre lang an dem Projekt "Umwelt baut Brücken - Jugendliche im Europäischen Dialog" teil. Ein Brückenschlag, der Unterstützung findet: Umweltschutz sei ein wichtiges Zukunftsthema, betonte Bundespräsident Horst Köhler 2005 beim Projektauftakt in Berlin.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Anträge um 131 auf 1.155. Die Stiftung bewilligte 343 Projekte mit rund 45,7 Millionen Euro (2004: 45 Millionen Euro, 296 Projekte). Damit hat die Stiftung seit ihrer Gründung 1991 über 6.300 Vorhaben mit knapp 1,2 Milliarden Euro gefördert. Über 26 Millionen Euro flossen 2005 unmittel- oder mittelbar in kleine und mittlere Unternehmen. Insgesamt förderte die DBU den Mittelstand mit rund 675 Millionen Euro. Aus der Vermögensbewirtschaftung erzielte die DBU 96,85 Millionen Euro und konnte das Vorjahresergebnis (77,16) nochmals deutlich steigern. In die Rücklage flossen 44,6 Millionen Euro ('04: 28,9). "Durch die konsequente Rücklagenbildung wird sichergestellt, dass die DBU ihre finanzielle Leistungsfähigkeit auch unter Berücksichtigung der Inflation dauerhaft erhält", betonte DBU-Verwaltungschef Michael Dittrich.

Der Jahresbericht 2005 kann (auch als CD-Rom) bei der DBU, 49090 Osnabrück, An der Bornau 2, Telefon 0541/ 9633-0, Fax 0541/ 9633-190, kostenlos bestellt werden.


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