Nach der Lehrstellenlücke nun die "Qualitätslücke"?
"2007 wird ein sehr gutes Ausbildungsjahr", sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), als er heute in Berlin die Ergebnisse einer aktuellen Online-Umfrage vorstellte.
07.06.2007 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag"Die Betriebe bieten mehr Ausbildungsplätze an, es gibt ein dickes Plus bei den neuen Ausbildungsverträgen, die Lehrstellenlücke schrumpft", so die erfreuliche Botschaft des DIHK-Hauptgeschäftsführers.
Der konjunkturelle Aufschwung sei längst auf dem Ausbildungsmarkt angekommen. Wansleben berichtete, die Zahl der Neuverträge im IHK-Bereich habe Ende Mai 2007 um 9,8 Prozent über dem Vorjahresstand gelegen. Bis zum 30. September könnte sich die rechnerische Lehrstellenlücke sogar "in Richtung Nulllinie bewegen".
Die IHK-Ausbildungsumfrage 2007 wurde in der zweiten Aprilhälfte online durchgeführt und umfasst die Antworten von mehr als 10.000 Unternehmen aller Größen und Branchen. Sie bietet damit die breiteste empirische Basis zu Fragen der Berufsausbildung in Deutschland.
Die Erhebung bestätigt aber nicht nur, dass die Unternehmen 2007 mehr Ausbildungsplätze anbieten als 2006, sie zeigt auch den Wermutstropfen in der erfreulichen Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt: "Unternehmen fürchten zunehmend, schon bald nicht genügend geeignete Azubis mehr zu finden – eine neue 'Qualitätslücke' entsteht", berichtete Martin Wansleben in Berlin. "Jedes achte Unternehmen konnte bereits im vergangenen Jahr nicht alle Ausbildungsplätze besetzen."
Als größtes Ausbildungshemmnis sieht mehr als die Hälfte der befragten Betriebe immer noch die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger. Bemängelt werden insbesondere Mängel beim mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen, bei elementaren Rechenfertigkeiten sowie in der Leistungsbereitschaft.
Um die Situation zu verbessern, muss nach Einschätzung von zwei Dritteln der Befragten die schulische Vorbildung der Bewerber verbessert werden. Mehr als die Hälfte der Unternehmen leistet auch selbst einen Beitrag, indem sie mit allgemein bildenden Schulen kooperieren.
Weitere Einzelheiten enthält das komplette Statement von Martin Wansleben, das Sie hier zum Download finden:
Statement Wansleben (PDF, 19 KB)
Die Umfrageergebnisse sind hier abrufbar:
Umfrage "Ausbildung 2007" (PDF, 500 KB)
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