Noch über 70 Ausbildungsplätze frei
Ausgewählte Fragen der Berufsausbildung hat Hessens Kultusministerin Karin Wolff gestern mit den Vizepräsidenten Volker Arlt und Albert Sanftenberg, Hauptgeschäftsführer Georg Hartmann und Bernd Gans vom Berufsbildungsausschuss der Steuerberaterkammer Hessen (StBK) diskutiert. Dabei verwiesen die StBK-Vertreter auf hervorragende Chancen für qualifizierte Schulabgängerinnen und Schulabgänger, bei den Kammermitgliedern Ausbildungsplätze zu finden: Nach aktuellen Angaben der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit stünden 280 gemeldeten Ausbildungsplätzen nur 203 Interessenten für eine Berufsausbildung zur/zum Steuerfachangestellten gegenüber. Den Zugang erleichtere die Ausbildungs- und Praktikumsbörse im Internetauftritt [www.stbk-hessen.de](http://www.stbk-hessen.de). Die freien Ausbildungsplätze bezeichnete Karin Wolff als gute Nachricht und hob zugleich die "Karrierechancen im anspruchsvollen Ausbildungsberuf der Steuerfachangestellten" hervor.
18.07.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenGemeinsam wurden verschiedene Möglichkeiten erörtert, wie Schule das Vermitteln von Ausbildungsplätzen unterstützen kann. Dabei wurde auf die besondere Rolle der Betriebspraktika als "Schnupperlehre" in den verschiedensten Schulformen hingewiesen. Die Vertreter der Steuerberaterkammer sagten zu, geeignete Praktikantenplätze zur Verfügung zu stellen. Die Staatsministerin versprach ihnen, Wege in die Schulen zu ebnen, die dazu beitragen, das Interesse an diesem Ausbildungsberuf zu wecken und so die Ausbildungsplatzsituation verbessern.
Kultusministerin und Steuerberaterkammer würdigten übereinstimmend die reibungslose Zusammenarbeit zwischen den Lernorten Ausbildungspraxis und Berufsschule. Um die hohe Qualität und Aktualität des Berufschulunterrichts weiter zu gewährleisten, will der Berufsstand auch künftig attraktive Angebote für Lehrkräfte vorhalten. Davon unabhängig könnten die Schulen auf das zugewiesene Fortbildungsbudget in Höhe von 40 Euro pro Vollzeitlehrerstelle zurückgreifen, erläuterte Karin Wolff.
Zum Gewinnen von Lehrernachwuchs für berufsbezogenen Unterricht in Fachklassen für Steuerfachangestellte, führte die Hessische Kultusministerin aus, dass der auftretende Ersatzbedarf genau analysiert werde, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Den Berufsschulen werde empfohlen, über passgenaue schulbezogene Ausschreibungen ausscheidende Lehrkräfte zu ersetzen. StBK und Kultusministerium halten beispielsweise Diplomhandelslehrerinnen oder Diplomhandelslehrer mit abgeschlossener Berufsausbildung zur/zum Steuerfachangestellten für besonders geeignet.
Bezüglich der Festlegung von Fachklassenstandorten zum Beschulen von Steuerfachangestellten besteht Übereinstimmung, dass versucht werden soll, bestehende Standorte so weit wie möglich zu erhalten. Karin Wolff bat allerdings um Verständnis, dass dies nur möglich sei, sofern die Schülermindestwerte erreicht werden. An die Vertreter der Steuerberaterkammer appellierte sie, durch regionales standortbezogenes Intensivieren beziehungsweise Beibehalten ihrer Ausbildungsbemühungen die Schülerzahlen zu stabilisieren oder – besser noch – zu erhöhen und so entscheidend zum Erhalt der Standorte beizutragen.
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