Qualifikation wird immer wichtiger

Nach der aktuellen Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 1) ist für die Zukunft mit einem Bevölkerungsrückgang und mit einer deutlichen Alterung der Bevölkerung in Baden-Württemberg zu rechnen. Bereits ab 2012 könnte der Rückgang der Einwohnerzahl einsetzen. Die demografische Alterung hat nicht nur Auswirkungen auf die Sozialsysteme, sondern u.a. auch auf den Arbeitsmarkt. Dies sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute vor der Presse im Rahmen der Vorstellung der neuen Veröffentlichung "Entwicklungen und Strukturen des Arbeitsmarktes in Baden-Württemberg".

03.12.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Vorausrechnungen des Statistischen Landesamtes, in denen die Folgen der demografischen Entwicklung auf die zukünftige Zahl, die Altersstruktur und das berufliche Qualifikationsniveau untersucht werden 2), kommen zu dem Ergebnis, dass in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer weniger junge und immer mehr ältere Arbeitnehmer den Markt an Arbeitskräften bilden werden: Heute besteht das Erwerbspersonenpotenzial in Baden-Württemberg noch zu etwa drei Vierteln aus jüngeren, unter 50-Jährigen und lediglich zu rund einem Viertel aus über 50-Jährigen. Bereits im Jahr 2020 könnte jedoch der Anteil der Älteren auf über ein Drittel angewachsen sein. Der Anteil der jüngeren, unter 50-jährigen Erwerbspersonenn würde demnach auf knapp zwei Drittel schrumpfen. Die demografische Entwicklung könnte ferner auch – zumal wenn die Erwerbsbeteiligung nicht deutlich steigt – zu einer rückläufigen Zahl an Erwerbspersonen und damit auch zu einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften führen.

Dieser durch die demografische Entwicklung bedingte Fachkräftemangel könnte durch unzureichende Nutzung der vorhandenen Potenziale noch verstärkt werden: Im Rahmen der o.g. Qualifikationsvorausrechnung des Statistischen Landesamtes über die mögliche zukünftige Entwicklung von Fachkräften wurde die Annahme zugrunde gelegt, dass kommende Schülerjahrgänge, die in das Erwerbsleben hineinwachsen, das gleiche berufliche Bildungsniveau erreichen werden wie die heute 30 bis 35-Jährigen (dies ist die Altersgruppe, die über die höchsten beruflichen Abschlüsse verfügt).

Die Erreichung dieses Zieles ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, nicht zuletzt deshalb, weil in Baden-Württemberg inzwischen jeder dritte Jugendliche unter 18 Jahren einen Migrationshintergrund aufweist. Bislang sind Personen mit Migrationshintergrund schlechter ausgebildet als Personen ohne Migrationshintergrund, weshalb hier noch ein Potenzial für künftige Fachkräfte liegt. Weitere Potenziale liegen bei den Frauen und den älteren Arbeitnehmern.

1) Vergl. Cornelius, Ivar: Die Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2050 – Ergebnisse einer neuen Vorausrechnung, in: Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 2/2007, S. 5ff.

2) Vergl. Hin, Monika / Schmidt, Sabine: Alternde Erwerbsbevölkerung: Problem oder Chance für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg?, in: Statistisches Monatsheft 4/2007, S. 9ff.



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