Reformen an Hauptschulen

Kultusminister Siegfried Schneider hat BLLV-Präsident Albin Dannhäuser zum gemeinsamen Dialog für eine weitere Stärkung der Hauptschule eingeladen. "Ich werde in den nächsten Wochen mit allen Lehrerverbänden sprechen und mir ihre Anliegen anhören. Dazu gehört selbstverständlich auch der BLLV", sagte Schneider.

22.04.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Schneider machte deutlich, dass er sich bewusst darüber sei, dass gerade an den Hauptschulen über weitere Reformen nachgedacht werden müsse. "Nahezu 40% der bayerischen Schülerinnen und Schüler besuchen die Hauptschule. Sie verdienen, dass man sich ihrer in mindestens derselben Weise annimmt wie den Schülerinnen und Schülern anderer Schularten", sagte der Kultusminister.

Schneider warnte aber auch davor, ausschließlich die Schwierigkeiten hervorzuheben, mit denen die Hauptschule zu kämpfen habe. "Es ist niemand damit gedient, die Hauptschule schlecht zu reden, am wenigsten nützt dies den Schülerinnen und Schülern", sagte der Kultusminister. Schneider wies darauf hin, dass in Bayern in den letzten Jahren eine Reihe von Initiativen für eine Stärkung der Hauptschule gestartet worden seien. "Wir haben die Hauptschule nicht alleingelassen, im Gegenteil: Die Reform der Lehrpläne, die Einführung der Praxisklassen, der M-Klassen sowie der Sprachlernklassen für Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache ? all das hat zur Profilbildung der Schulart enorm beigetragen", sagte Schneider. Mit der Neuorganisation der Hauptschulen werde nun ein weiterer Schritt in Richtung starke Hauptschule unternommen.

"Die Zahl der Studenten für das Lehramt Hauptschule hat sich seit 1998 mehr als verdoppelt", sagte der Kultusminister. "Damit haben wir die Talsohle durchschritten und werden dem Lehrerbedarf an Hauptschulen auch in den kommenden Jahren gerecht."

Schneider versprach, sich nachhaltig für eine weitere Profilierung der Hauptschule einzusetzen. Dazu gehöre insbesondere der weitere Ausbau der individuellen Förderung. "Unser Ziel muss es sein, die Quote der Hauptschulabgänger ohne Abschluss, die momentan bei ca. 4 % liegt, weiter zu reduzieren", sagte Schneider. Er verwies aber auch deutlich auf die Verantwortung der Bundesregierung für die deutschlandweit schwierige Situation auf dem Ausbildungsmarkt. "Die Bundesregierung hat mit ihrer katastrophalen Wirtschafts- und Finanzpolitik die zentrale Verantwortung dafür, dass auch gut ausgebildete jugendliche Schulabgänger heute oftmals ohne berufliche Perspektive dastehen. Es kann nicht sein, dass wir auf Dauer immer neue vollzeitschulische Angebote für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz machen müssen, um damit die Fehler der Bundesregierung auszubügeln. Unsere Jugendliche müssen frühzeitig eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen", sagte der Kultusminister.


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