Rheinland-Pfalz fördert gezielt Online-Maßnahmen in der Weiterbildung

Mit einem neuen Fördermodell reagiert Rheinland-Pfalz auf die deutliche Zunahme von Online-Maßnahmen im Bereich der Weiterbildung.

30.08.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

"Durch dieses vorerst auf ein Jahr beschränkte Fördermodell werden die Träger in die Lage versetzt, Online-Maßnahmen als Bestandteil ihres regulären Programms anzubieten und dadurch weiteren Kundenbedürfnissen Rechnung zu tragen", erläuterte Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, die Zielsetzung der neuen Förderung.

Lernformen mit Internetunterstützung boomen. So erfreuen sich neben Formen des Fernunterrichts im Internet und netzgestützten Projektgruppen vor allem Kombinationen von Präsenz- und Online-Phasen in Form des so genannten Blended Learning zunehmender Beliebtheit.

Die staatliche Förderung der allgemeinen Weiterbildung wird hierdurch vor eine große Herausforderung gestellt: Denn wie in den meisten Ländern erfolgt in Rheinland-Pfalz die Förderung der anerkannten Landesorganisationen und der Volkshochschulen leistungsbezogen anhand der geleisteten Unterrichtsstunden und der Anzahl an Teilnehmenden. Da jedoch "online" feste Lernzeiten im Gruppenverband unüblich und schwer nachprüfbar sind, hat sich das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur in Zusammenarbeit mit dem Landesbeirat für Weiterbildung Rheinland-Pfalz entschlossen, einen anderen Weg der Förderung zu wählen.

Ziel war hierbei einerseits den bereits skizzierten unterschiedlichen Formen der Weiterbildung mit Internetunterstützung gerecht zu werden, andererseits aber den bürokratischen Aufwand möglichst gering zu halten.

Weiterbildungsmaßnahmen mit Online-Komponenten werden ab dem kommenden Jahr gefördert, wenn sie entweder Präsenzphasen enthalten oder die Lernleistung durch eine Prüfung oder ein Abschlussprojekt dokumentiert wird. Dadurch wird ein Mindestmaß an Lernintensität garantiert.

Die eigentliche Förderung orientiert sich an der Teilnehmendenzahl der Veranstaltung in Abhängigkeit der Dauer der Veranstaltung in Wochen. Diese wird mit dem Zehnfachen der Förderhöhe für Teilnehmende nach dem Mittelverteilungsmodell multipliziert.

Zusätzlich wird ein degressiver Faktor für die Anzahl der Teilnehmenden eingeführt. Ab dem 21. bis zum 40. Teilnehmenden wird fünffach, ab dem 41. Teilnehmenden dreifach gewichtet. Hierdurch werden kleinere Lerngruppen tendenziell gegenüber Großgruppen bevorzugt, da hier durch eine intensivere Betreuung von einer höheren Lernqualität ausgegangen werden kann.

Präsenzphasen können nach dem üblichen Verfahren im Rahmen des Weiterbildungsgesetzes gefördert werden. Eine weitere Konkretisierung der Fördermodalitäten, zum Beispiel Mindeststandards zur Anrechnung einer Prüfung, erfolgt im Rahmen der Weiterbildungs-ABCs der anerkannten Landesorganisationen und des Verbandes der Volkshochschulen.


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