Sachsen setzt auf doppeltqualifizierte Berufsschüler
Um dem in wenigen Jahren drohenden Fachkräftemangel zu begegnen, will Sachsen verstärkt auf den gleichzeitigen Erwerb von Berufsabschlüssen und Fachhochschulreife setzen.
28.04.2006 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus"Angesichts des prognostizierten Fachkräftebedarfes und der Halbierung der Berufsschülerzahlen müssen wir alle Begabungspotentiale ausschöpfen", sagte Kultusminister Steffen Flath auf der "Nacht der Ausbildung bei Infineon Dresden. Leistungsstarken Schülern müssten anspruchsvolle Zusatzqualifikationen angeboten werden. So läuft seit Beginn des Schuljahres 2005/2006 der Schulversuch "Berufsausbildung von Mikrotechnologen mit gleichzeitigen Erwerb der Fachhochschulreife". Die Ausbildung von Kraftfahrzeugmechatronikern mit Fachhochschulreife ist in Vorbereitung. Zuvor wurden in Sachsen bereits Modellversuche zur Ausbildung von Maurern, Zimmerern, Beton- und Stahlbetonbauern sowie Kaufmännischen Assistenten mit Fachhochschulreife erfolgreich durchgeführt.
Mit der Doppelqualifikation wird die Ausbildungsdauer verkürzt. So überschreitet die Dauer der Doppelqualifizierung nicht die der herkömmlichen dualen Berufsausbildung. Die Ausbildung stellt jedoch hohe Anforderungen an die Schüler. Daher richtet sich das Schulprojekt "Mikrotechnologe mit Fachhochschulabschluss an Mittelschüler mit Realschulabschluss und einer Durchschnittsnote nicht schlechter als 2,5. Für die Absolventen eröffnen sich bessere berufliche Perspektiven im Unternehmen und im Studium.
Der Bedarf nach gut ausgebildeten Fachkräften wird aufgrund der demografischen Entwicklung steigen. So wird in den berufsbildenden Schulen die Schülerzahl von derzeit rund 170.000 auf 78.000 im Schuljahr 2012/13 dramatisch zurückgehen. Ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen derzeit noch höher als das Angebot, wird sich das Verhältnis in wenigen Jahren umkehren.
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