Ausbildungsstart

vbw: Keine Konkurrenz zwischen akademischer und beruflicher Bildung

Anlässlich des beginnenden Ausbildungsjahres plädiert die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. dafür, die Diskussion zum Stichwort "Akademikerwahn" zu versachlichen.

31.08.2015 Pressemeldung vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: "Es gibt keinen Grund, vor besorgniserregenden Akademisierungstendenzen zu warnen. Das zeigt der Blick auf das Verhältnis von Studienanfängern zu Anfängern der dualen und schulischen Berufsausbildung. 2014 hatten wir in Bayern 72.300 Studienanfänger, 108.700 haben 2014 eine berufliche Ausbildung begonnen. Demnach starteten 50 Prozent mehr Menschen in eine Berufsausbildung als in ein Studium. Deutschlandweit begannen 712.900 Personen eine berufliche und 503.900 eine akademische Ausbildung. Es werden Absolventen aus beiden Bereichen gebraucht und es ist keiner der beiden Bildungswege besser oder schlechter zu werten."

Laut vbw Studie "Arbeitslandschaft 2040" liegt die Fachkräftelücke in Bayern im Jahr 2020 bei rund 230.000 Personen. Brossardt: "Hier fehlen rund 160.000 Nachwuchskräfte mit Berufsausbildung und rund 50.000 Akademiker. Deutschlandweit werden bis zum Jahr 2020 1,8 Millionen Arbeitskräfte fehlen, darunter 1,2 Millionen mit Berufsabschluss und gut 500.000 Hochschulabsolventen." Die rechnerische Fachkräftelücke kann Brossardt zufolge mit geeigneten Maßnahmen geschlossen werden. Dazu zählen die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung, die Verlängerung der Arbeitszeit, die Anhebung des Bildungsniveaus, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie neben der Erschließung des inländischen Potenzials die gezielte Zuwanderung.

Brossardt: "Statt ein Mehr oder Weniger in dem einen oder anderen Bildungsbereich zu diskutieren, muss sich unser Blick auf die bildungspolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre richten. Entscheidend ist, dass wir die Abbruchquoten in der akademischen wie auch in der beruflichen Bildung senken. Rund zehn Prozent der Auszubildenden in Bayern brechen ihre Lehre endgültig ab und gehen dem Ausbildungsmarkt nachhaltig verloren. 28 Prozent der Studierenden führen ihr Studium nicht zu Ende. Unser Ziel muss es sein, die Quoten bis 2020 zu halbieren."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden