Auszeichnungen

Vier Projekte als herausragende Modelle zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses ausgezeichnet

"Modelle zur Nachwuchssicherung durch duale Berufsausbildung" - so lautete das Thema des zum 15. Mal ausgetragenen Wettbewerbs um den "Hermann-Schmidt-Preis". Der Verein "Innovative Berufsbildung e.V." wollte damit gezielt Projekte und Initiativen identifizieren und prämieren, die derartige Modelle bereits entwickelt und nachweislich umgesetzt haben.

20.09.2011 Pressemeldung Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Denn viele Betriebe spüren in bestimmten Regionen und Branchen den demografischen Wandel bereits deutlich und entwickeln eine Vielzahl von innovativen Initiativen und Aktivitäten, um - unter Ausnutzung aller Potenziale - junge Leute für eine duale Berufsausbildung zu gewinnen und zu leistungsfähigen Fachkräften auszubilden. Ziel des Vereins - der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn sowie dem W. Bertelsmann Verlag (wbv) in Bielefeld getragen wird - ist es, mit dem jährlich verliehenen Preis auf innovative Ansätze in der Berufsbildungspraxis aufmerksam zu machen, diese zu fördern und zur Nachahmung zu empfehlen. Namensgeber ist der frühere Präsident des BIBB, Prof. Dr. Hermann Schmidt, der das Institut von 1977 bis 1997 leitete. Die Preisverleihung fand am 19. September anlässlich des 6. BIBB-Berufsbildungskongresses "Kompetenzen entwickeln - Chancen eröffnen" in Berlin statt.

Aus den zum Wettbewerb eingereichten 35 Initiativen gingen als Sieger hervor:

Hermann-Schmidt-Preisträger 2011 (3.000 Euro): "Berufsorientierungskonzept 2011 als Modell der Zukunft", Weidmüller Interface GmbH & Co. KG, Detmold

Beim diesjährigen Hermann-Schmidt-Preisträger handelt es sich um ein vom Unternehmen initiiertes und finanziertes Berufsorientierungskonzept in Kooperation mit örtlichen Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Gymnasien und Bildungsdienstleistern. Ziel ist es, Jugendliche für den eigenen Fachkräftenachwuchs in technischen Berufen zu gewinnen. Das Konzept ist stufenförmig, altersgerecht, systematisch und nachhaltig angelegt und umfasst zweieinhalb Jahre. Die Jury betont den innovativen, übertragbaren Charakter des Projekts und würdigt insbesondere den alle Schulformen umfassenden Ansatz, der Schüler/-innen unterschiedlichster Stärken und Potenziale und sozialer Herkunft zusammenführt.
Kontakt: Wolfgang Gwiasda, Weidmüller Interface, Ohmstr. 9, 32758 Detmold, Tel.: 05231 / 14-1332, Internet: www.weidmueller-akademie.de

Sonderpreis (1.000 Euro): "Qualifizierung der Praxisausbilder", AOK Rheinland/Hamburg - Die Gesundheitskasse, Düsseldorf

Ziel des Projekts ist es, die Qualifizierung der "ausbildenden Fachkräfte" nachhaltig zu professionalisieren, um diese besser darauf vorzubereiten, Jugendliche mit unterschiedlichen Ausbildungsvoraussetzungen individuell zu fördern und zu einem erfolgreichen Berufsabschluss zu begleiten. Das neu entwickelte Curriculum umfasst 48 Unterrichtsstunden und endet mit einer Prüfung, deren Ergebnisse auf die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) angerechnet werden können. Damit ist ein Anschluss der Maßnahme an das berufspädagogische Qualifikationssystem des Bundes gewährleistet. Die Jury würdigt, dass sich das Projekt insbesondere auf die wichtige Gruppe der "ausbildenden Fachkräfte" konzentriert, und lobt den ausgeprägten Verwertungs- und Transfercharakter des Curriculums.
Kontakt: Petra Pigerl-Radtke, AOK Rheinland/Hamburg, Schwarzer Weg 5 - 7, 41515 Grevenbroich, Tel.: 02181 / 693-123, Internet: www.aok.de/rh

Sonderpreis (1.000 Euro): "Förderung von Jugendlichen im Ausbildungsberuf Elektroanlagenmonteur - unter besonderer Berücksichtigung von Hauptschülerinnen und Hauptschülern", SMA Solar Technology AG, Niestetal

Um gezielt Jugendliche mit schwachen Hauptschulabschlüssen zu fördern, stellt das Unternehmen seit 2007 jährlich in Kooperation mit örtlichen Schulen 15 bis 18 Ausbildungsplätze im Ausbildungsberuf des Elektroanlagenmonteurs zur Verfügung. Sechs davon werden von drei umliegenden Gesamtschulen in Eigenregie vergeben. Um den Erfolg sicherzustellen, hat das Unternehmen eine Vielzahl ausbildungsbegleitender Maßnahmen etabliert und einen Sozialpädagogen eingestellt. Die erste, neun Jugendliche umfassende Gruppe hat die Ausbildung inzwischen erfolgreich beendet; alle Auszubildenden wurden vom Unternehmen übernommen. Die Jury würdigt das Projekt als eine vorbildliche, auf Nachhaltigkeit angelegte Initiative einer eigenfinanzierten betrieblichen Förderung insbesondere benachteiligter beziehungsweise leistungsschwächerer Hauptschüler/-innen.
Kontakt: Martina Fischmann, SMA Solar Technology AG, Sonnenallee 1, 34266 Niestetal, Tel.: 0561 / 9522-2651, Internet: www.sma.de

Sonderpreis (1.000 Euro): "Unternehmerinitiative für bessere Ausbildung in der Grünen Branche", Initiative für Ausbildung, Nürtingen

Beim prämierten Projekt handelt es sich um eine Unternehmerinitiative zur Qualitätssicherung und -entwicklung in den "Grünen Berufen", an der sich bundesweit zurzeit 52 Betriebe beteiligen. Mittels eines verbindlichen, zwölf Punkte umfassenden Kriterienkatalogs und der Verleihung eines "Gütesiegels" steigern die Unternehmen die Ausbildungsqualität, verhelfen insbesondere lernschwächeren Jugendlichen zu einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss und sichern den eigenen Fachkräftenachwuchs. Die Jury würdigt insbesondere den umfas-senden Ansatz von der Ausbildung der Jugendlichen bis zur Fortbildungsförderung des Ausbildungspersonals mit einem breiten Angebot an unterstützenden Maßnahmen.
Kontakt: Albrecht Bühler, Initiative für Ausbildung, Hindenburgstr. 67, 72622 Nürtingen, Tel.: 0711 / 3650500, Internet: www.bühler-teamwork.

Kurzdarstellungen der prämierten und weiterer zum Wettbewerb eingereichter Projekte enthält eine Broschüre, die unter www.bibb.de/hermann-schmidt-preis heruntergeladen werden kann.


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